Symbol für Versorgung und Solidarität

Hilfskrankenhaus mit 105 Betten in Ebersberger Dreifachturnhalle

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In Ebersberg ist in nur zehn Arbeitstagen ein Symbol für Versorgungssicherheit und Solidarität zugleich entstanden.

Landkreis – THW, BRK sowie das Landratsamt Ebersberg haben tatkräftig und Ressourcen schonend zugleich sich für einen eventuellen Anstieg der Corona-Patienten gerüstet. Auch die Bundeswehr stellte Know-how zur Verfügung. Alle 105 fahrbaren Pflegebetten sind mit Sauerstoffgeräten ausgestattet für Patienten, die für eine häusliche Quarantäne zu gesundheitlich zu schwach sind, aber noch keiner Intensivpflege bedürfen. 

Sieben Ärzte, ein 16-köpfiges Pflegeteam und Hilfskräfte werden sich bei Bedarf um die an der Pandemie Erkrankten kümmern, erklärte Stefan Huber, Geschäftsführer der benachbarten Kreisklinik, die für den medizinische Betrieb wie auch die Verköstigung im Hilfskrankenhaus zuständig ist. Huber dankte dem Landkreis für die qualitativ hohe Ausstattung des Hilfskrankenhauses. 

Die Kosten trägt zu 80 Prozent der Staat, so Niedergesäß. „Rund um den Landkreis Ebersberg sind die Pandemie-Hotspots Rosenheim, Erding und Freising“, zählte Landrat Robert Niedergesäß auf und auch von hier werde man solidarisch bei Bedarf Patienten aufnehmen wenn das angesagt ist. Er hoffe, dass das Hilfskrankenhaus nie in Betrieb genommen werden müsse und dankte fast im gleichen Atemzug für die Hilfsbereitschaft, der Organisationen sowie der Firmen. Diese lieferten nicht nur innerhalb von rund 14 Tagen die Pflegebetten und stellten eine Vielzahl an 45-Liter-Sauerstofftanks mit Sauerstoff-Masken und -Nasenbrillen bereit, sondern sorgten auch für die notwendigen Baumaßnahmen wie drei separate Lüftungs- und Filteranlagen, damit keine kontaminierte Luft in den Außenbereich gelangen kann. Auch medientechnisch ist man hier so ausgerüstet, dass die in Quarantäne befindlichen Patienten gut abgelenkt werden können. Es gibt getrennte Bereiche für Patienten und das medizinische Personal, das sich bereits vor der Dreifachturnhalle für den Einsatz am Patienten vorbereitet. 

„Jeder hat seine persönliche, seine ihm zugeordneten Schutzkleidung“, erklärte BRK-Kreisbereitschaftsleiter Bernhard Nowotny. Für die ehrenamtlich geleistete Planung der Baumaßnahmen in der Dreifachturnhalle und draußen auf dem Parkplatz zeichnet Architekt Niko Rinkes. 

Im Landratsamt laufen alle Fäden zur Errichtung des Hilfskrankenhauses bei Florian Robida, dem stellvertretenden Abteilungsleiter Jugend, Familie und Demographie zusammen. In drei Teil gliedert sich das Hilfskrankenhaus mit seinen 105 Pflegebetten mit je 35 Betten für Frauen und Männer sowie für etwas schwerer erkrankte Patienten. Im Schichtbetrieb zu je 10 ehrenamtlichen Helfern von BRK und THW wurde das Hilfskrankenhaus eingerichtet, erklärten Günter Felsmann (THW) sowie Bernhard Nowotny und Holger Maurer (beide BRK).

Dem Aufruf der Kreisklinik an medizinische Fachkräfte sich für einen eventuellen Einsatz zur Verfügung zu stellen, sind bisher 40 Personen gefolgt. Landrat Robert Niedergesäß freute sich über den Rückhalt und das Engagement in der Bevölkerung. Solange der Katastrophenfall besteht, so lange werde man auch am Hilfskrankenhaus festhalten, erklärte Niedergesäß. Zunächst, so Klinik-Geschäftsführer Stefan Huber, werden die 328 auf 500 Klinikbetten im Bereich der Klinik selbst aufgestockt, was Dank dem noch bestehenden Provisorium „Pfarrer-Gugetzer-Haus“ möglich ist. Auch die entsprechenden medizinischen Geräte werde man aufstocken. Erst dann werde man beginnen die Hilfsklinik zu belegen. Die Kreisklinik wird weiterhin mit all ihren Abteilungen für die medizinische Versorgung der Bevölkerung zur Verfügung stehen. ar

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