Erste Zwischenbilanz zur Krise

Corona-Krise kostet Landkreis Ebersberg 4,5 Millionen Euro

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Alle Hilfsorganisationen waren und sind noch immer im Einsatz gegen die Corona-Pandemie, auch wenn einzelne Maßnahme - wie hier das Hilfskrankenhaus - wieder zurückgenommen werden konnten.

Im Landkreis Ebersberg zieht man eine erste Bilanz zur Krise. Die bis dato ausgegebenen Gelder aus einem Sonderfond zurück fließen

Landkreis – Seit über sechs Monaten – konkret seit dem 27. Februar – ist das Corona-Virus auch im Landkreis Ebersberg. Die Zahl der mit dem Corona-Infizierten Personen stieg inzwischen auf 534. Für die Einsatzmaßnahmen zur Katastrophenbewältigung während der Corona-Pandemie zahlte der Landkreis bis heute knapp 4,5 Millionen Euro. 

Als Frühwarnindikator für die befürchtete zweite Welle bietet man den Alten-, Senioren- und Behinderteneinrichtungen an, für deren Mitarbeiter eine wöchentliche Diagnostik durchzuführen. Die Kreisklinik hat ein eigenes Frühwarnsystem. 

Der Freistaat stellt insgesamt 400 Millionen zur Verfügung

Ab sofort kann der Landkreis Ebersberg bei der zuständigen Bezirksregierung Oberbayern den Antrag auf Rückerstattung „der Aufwendungen zur Bewältigung der Corona-Pandemie, die während der Feststellung der Katastrophe in Bayern vom 16. März 2020 bis zum Ablauf des 16. Juni 2020 entstanden sind beziehungsweise veranlasst wurden“ stellen, wie es im Bayerischen Ministerialblatt vom 22. Juli nachzulesen ist. Zudem sind erworbene Anlagegüter für eine etwaige zweite Corona-Welle bis zum Ende der Corona-Pandemie vorzuhalten – mindestens bis zum 30. Juni 2021. Weil die Kommunen im Freistaat einen maßgeblichen Anteil an der Bewältigung der Corona-Pandemie leisten, „verzichtet der Freistaat auf die sonst erforderliche Eigenbeteiligung der Landkreise“. „Die Staatsregierung stellt zu der Erstattung der im Rahmen des Katastrophenschutzes angefallenen Kosten 400 Millionen Euro aus dem dazu geschaffenen Sonderfond bereit“. 

Mit Beginn der Corona-Pandemie hat sich im Landratsamt (LRA) viel verändert. Der Zugang zum Amt erfolgt nur „kontrolliert“, „Besucher werden abgeholt, niemand wird abgewiesen“, so die Krisenstabsleiterin. Eine personelle wie auch räumliche Aufstockung war dringend nötig geworden. Bei letzterer Maßnahme ist dies ganz offensichtlich, seit vor dem ehemaligen Sparkassengebäude ein Einsatzfahrzeug des BRK steht. Bis zur Corona-Pandemie stand das Sparkassengebäude – Brandschutz technisch bedingt – so gut wie leer. Mit der Pandemie änderten sich die Anforderungen. Dann zog das Diagnostikzentrum mit einer Kapazität von 250 Testungen/Tag ein und auch heute möchte man das Diagnostikzentrum unbedingt behalten. 

Der Infektionsschutz verlangt auch im Landratsamt die Einhaltung eines Mindestabstands von 1,5 Meter, weshalb die Dreifachbelegung von Büros nicht mehr erlaubt wird. Somit zog das Gesundheitsamt komplett in den Osttrakt. Die zweite Etage ist mit Bürotechnik ausgestattet, damit die Auslagerungen zur Auflockerung des Landratsamts erfolgen konnten. Die vorrübergehende Nutzung des ehemaligem Sparkassengebäudes im Rahmen dieser Corona-Sonderlage ist amtlicherseits geduldet und gilt als befristet. 

660.000 Euro kostete das Hilfskrankenhaus in der Dr. Wintrich-Realschule

Aus dem in Bayern am 16. März ausgerufenen Katastrophenfall (K-Fall) wurde aufgrund der rückläufigen Neuinfizierten-Zahlen am 17. Juni ein „koordinierungsbedürftiges Ereignis“, das sich nach dem Infektionsschutzgesetz bestimmt. Seither tagt der Eberberger Krisenstab unter Leitung von Brigitte Keller nicht mehr nahezu täglich, sondern „nur zwei Mal pro Woche – meist dienstags und freitags“, wie Keller berichtete.

Das Hilfskrankenhaus in der Dr.-Wintrich-Realschule, für das Kosten in Höhe von rund 660.000 Euro entstanden sind, wurde wieder abgebaut. Ab 1. September kann der Unterricht hier wieder erfolgen. Für das Diagnostik-Zentrum sind inzwischen 250.000 Euro aufgelaufen. Für die Corona-Contact-Tracing-Teams sind bereits 125.000 Euro an Kosten aufgelaufen. Mit 20.000 Euro unterstützte man die Quarantäne-Stationen in den Heimen. Der Aufwand, der derzeit keinem Kostenträger wie den zuvor genannten zugeordnet werden kann, beläuft sich auf 3,4 Millionen Euro. Mit Ausbruch der Corona-Pandemie hat sich der Arbeitsalltag gänzlich verändert. Statt für 40 ist nun für täglich 100 Homeoffice-Mitarbeiter die entsprechende Technik bereitzustellen. Bis zu 180 Mitarbeiter sind Corona bedingt ganz oder teilweise mit anderen Aufgaben betraut, kommen nicht zu ihrer originären Arbeit. Die Überstunden häufen sich. Der Urlaub wurde größernteils noch nicht genommen. Das Gesundheitsamt wird umorganisiert, es wurde ein neues Sachgebiet „Corona“ gebildet, in dem zunehmend Staatsmitarbeiter eingesetzt werden, erläuterte Brigitte Keller und fügt an: „Die Personalgewinnung gestaltet sich schwierig, das Stammpersonal muss unterstützen“. Dass derzeit die Zahl der Corona-Infizierten steigt, macht den Verantwortlichen große Sorge. Daher appellierte Keller: „Abstand halten – Mund-Nasen-Schutz tragen – und immer wieder gründlich Hände waschen!“

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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