Aus dem Zornedinger Gemeinderat

Bahnhof Zorneding: Voller Barrieren

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Die Rampe am Zornedinger Bahnhof führt nach Westen, ist schlecht beleuchtet, schwierig zu bewältigen und verursacht Hunderte Meter Umweg

Dauerbrenner Barrierefreiheit: Den Zornedinger geht es langsam auf die Nerven, das nichts passiert. Jetzt wollen sie den Konflikt mit der Bahn mit anderen Mitteln austragen

Zorneding – Falls die S-Bahn pünktlich am Bahnhof auftaucht, ist das ja schon ein Glück. Auf den Bahnsteig an sich zu kommen, bedeutet auch angesichts zunehmender Alterung der Fahrgäste eine große Herausforderung. Denn der Bahnhof in Zorneding ist bleibe nicht frei von Barrieren, wie es die Deutsche Bahn wider besseres Wissen in ihrem Informationssystem behauptet. Rollstuhlfahrer etwa können außer über eine Rampe an der westlichen Seite nicht zu den Zügen gelangen. 

Ein Aufzug, wie bei den Nachbarn in Baldham oder Eglharting, ist nicht vorhanden. Dieser würde gehbehinderten Menschen oder Eltern mit Kinderwagen den Zugang problemlos ermöglichen. Dies ist aber nur der augenscheinlichste von vielen Mängeln. In der Septembersitzung des örtlichen Gemeinderats, wies der Behindertenbeauftragte Dr. Gregor Schlicksbier, der selbst im Rollstuhl sitzt und zudem sehbehindert ist, auf die seit der Modernisierung in den 70er Jahren bestehenden Missstände hin. Dieser Tagesordnungspunkt ist freilich ein Dauerthema/ der Gemeinde. Doch alle Appelle der Vergangenheit an die Deutsche Bahn verhallten bis dato erfolglos. Nun wollte man es mit einer Grundsatzentscheidung versuchen: Rückstufung des Standorts als „eingeschränkt barrierefrei“. Sollte die DB dieser den Tatsachen entsprechenden Darstellung zustimmen, könne von Zornedinger Seite aus auf Maßnahmen zur Einrichtung barrierefreier Bedingungen gepocht werden. 

Schlicksbier nannte 14 Details, welche bislang die Bezeichnung Barrierefreiheit ad absurdum führen, unter anderem: Kein taktiles Leitsystem - also sichtbare Markierungen für Sehbehinderte/Blinde, zu große Spaltenbreite zwischen Bahnsteig und Zugeingang - ein Stolperstein für Gehbehinderte und Rollstuhlfahrer, Beschilderung und Pläne nicht nach dem „2-Sinne-Prinzip“ - oder für Rollstuhlfahrer zu schmale Durchfahrt zwischen Treppe und Bahnsteigkante zur Rampe; wer also zu weit Richtung Osten aussteigt, der kommt nicht zur Rampe im Westen; warten auf die nächste S-Bahn Richtung Westen, wieder zurückfahren und dann näher an der Rampe aussteigen. 

Nun soll also die Deutsche Bahn mit ihren eigenen Waffen geschlagen werden. Denn die macht es sich schlichtweg zu einfach, wenn sie einen Bahnhof zu Unrecht als „barrierefrei“ definiert und somit auf weitere Anfragen von Gemeindeseite nicht gebührend reagiert. Sie soll die Unwahrheit aus dem Informationssystem streichen. Dann könnten die Fahrgäste für Zoneding auf „hierfür notwendige Aufnahme in den Maßnahme- und Bedarfsplan“ hoffen, „um jemals in die Nähe der Möglichkeit eines barrierefreien Umbaus (...) zu kommen.“ Der Gemeinderat stimmte dem Beschluss zu. Oliver Oswald

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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