Schäfflertänze 2019

Die Schäffler kommen in den Landkreis

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Die Schäffler bei einem Auftritt im Jahre 2005 auf dem Vaterstettener Reitsberger Hof, wo sie heuer am 1. März erneut auftreten werden.

Derzeit haben die Schäffler aus der Region ihren großen Auftritt, denn ihr Tanz findet nur alle sieben Jahre statt

Landkreis – Der Schäfflertanz kann unter anderem am 26. Januar in Parsdorf, Hergolding und Markt Schwaben, am 2. Februar in Poing und Landsham, am 17. Februar in Hermannsdorf, am 1. März in Vaterstetten und am 5. März in Weißenfeld bewundert werden. 

Der Überlieferung nach geht der Tanz auf das Jahr 1517 zurück. Damals wütete in München die Pest und forderte viele Todesopfer. Außer den Totengräbern und Pesträucherern wagte sich niemand mehr auf die Straße, das öffentliche Leben kam zum Erliegen. Selbst als die Pest vorbei war, traute sich niemand mehr aus dem Haus. Da kam ein Bürger, der der Zunft der Schäffler, also der Fassmacher, angehörte, auf die Idee, die Leute mit einem lustigen Schauspiel aufzuheitern. So erscholl eines Tages fröhliche Musik auf den Straßen, die Schäffler zogen aufgeputzt zum Marktplatz, wo sie mit grün belaubten Reifen einen Rundtanz aufführten. Alle, die von der Pest verschont geblieben waren, strömten aus ihren Häusern. Viele, die sich gegenseitig längst tot geglaubt hatten, trafen sich nun wieder, es wurde gelacht und gefeiert und die Glocken ertönten zu Dankgebeten. Warum der Schäfflertanz nur alle sieben Jahre aufgeführt wird, ist nicht bekannt, es gibt aber einige Theorien. 

Beispielsweise soll die Pest früher alle sieben Jahre verstärkt aufgetreten sein und man hoffte, diesen Rhythmus durch die Aufführung des Schäfflertanzes durchbrechen zu können. Eine andere Theorie besagt, dass die Schäffler nach einem Zeitplan der Zünfte eingesetzt wurden, da es neben dem Schäfflertanz auch noch Bräuche anderer Handwerkszünfte gab. Der Schäfflertanz besteht aus einer Reihe festgelegter Figuren wie der Schlange, dem Bienenhaus, dem Vierer Häusl, dem Kreuz oder der Krone. 

Den Höhepunkt bildet der Reifenschwung, bei dem weiß-blau lackierte Reifen mit gefüllten Schnapsgläsern bestückt und gewungen werden, wobei der Schnaps natürlich nicht verschüttet werden darf. Kleiner Tipp am Rande für die Zuschauer: Nie die Kasperl aus den Augen lassen. Im Münchner Osten ist es vor allem die Schäfflerzunft Kirchheim, die diese Tradition am Leben hält. Vor fünf Jahren konnte sie ihr 100-jähriges Bestehen feiern. Nähere Infos zum Verein sowie zu den Terminen gibt es unter www.schaeffler-kirchheim.de. Se

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