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Drei Ratsgremien erteilen zunächst das Verhandlungsmandat

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Anlässlich der Entscheidung die Vertragsverhandlungen zum gemeinsamen Geothermieprojekt fort zuführen kamen die drei Ratsgremien im Grasbrunner Bürgersaal zusammen. © hr

Mit großer Mehrheit stimmten, getrennt voneinander die Ratsgremien aus Grasbrunn, Vaterstetten und Zorneding (GVZ) für die Vertragsverhandlungen mit dem Privatinvestor, der Firmengruppe Exorka/Geysir/ Daldrup. Wird man sich einig, könnte das interkommunale Geothermieprojekt GVZ mit rund 67,4 Mio. Euro Investitionsvolumen für ein zunächst überschaubares Verteilungsgebiet in den drei Kommunen durchgeführt werden.

Und wieder einmal war das Grasbrunner Bürgerhaus Ort interkommunaler und öffentlicher Gemeinde-Ratssitzungen und zugleich Informationsveranstaltung für die Bürger in Sachen Geothermie. Doch nicht wie in den vergangenen sechs Jahren war die Rede von Gesamtinvestitionskosten oder Anschlusskosten für die Bürger, sondern wie mit einem Privatinvestor die Energie des Thermalwassers in zunächst überschaubarer Projektgröße zu realisieren ist. Das Investitionsvolumen von 67,4 Mio. Euro verteilt sich auf die Bohrung (25 Mio. Euro), die Energiezentrale (7,4 Mio. Euro) und die ersten sechs Bauabschnitte mit Verteilnetz, Hausanschlüssen und Wärmeübergabestationen (35 Mio. Euro). Nach den geologischen und ökonomischen Gesichtspunkten werden die ersten Bauabschnitte erfolgen, erläuterte Curd Bems, Geschäftsführer der Geysir Europe GmbH. Wird man handelseinig, könnte 2014 mit den Bohrarbeiten begonnen werden. Sein Geschäftspartner Daltrup & Söhne (war witterungsbedingt nicht anwesend) habe bereits in der Region in Aschheim, Garching und Oberhaching Erfahrungen mit Tiefenbohrungen und etwa weiteren 7.500 Bohrungen weltweit gesammelt. Die Bohrung solle nach derzeitigem Stand möglichst im südwestlichen Teil des so genannten Erlaubnisfeldes erfolgen, um so die Thermalwassertemperatur von etwa 100 °C zu erreichen. Auf den an der B 304 ins Auge gefasste Bohrstandort wollte sich Bems nicht festlegen lassen. Harald Asum und Dr. Thomas Reif – als Finanz- und Rechtsexperten in Grasbrunn und Sachen Geothermie bereits bekannt – erläuterten die geplante Projektstruktur. Demnach werde man zwei Gesellschaften gründen: Erstens eine Produktionsgesellschaft für Bohrung und Energiezentrale, wobei sich der private Investor von den drei Kommunen jeweils ein Darlehn über 1,7 Mio. Euro erwartet. Zweitens eine Verteilungs-/Vertriebsgesellschaft für den Netzbau und den Vertrieb der Hausanschlüsse. Es sollten mindesten 30 Prozent der Straßenanwohner sich für die Geothermie entscheiden, bevor man beginne die Straßen aufzureißen und die Leitungen zu verlegen, so Bems. Auch könne man in den ersten sechs Bauabschnitten das Netz nicht in allen drei Kommune paritätisch verteilen, betonte er. Bereits in nichtöffentlichen Gemeinderatssitzungen wurden die insgesamt 73 Mandatsträger der drei Gemeinden Grasbrunn und Zorneding (je 20 Räte + Bürgermeister) sowie Vaterstetten (30 Räte + Bürgermeister) informiert. „Heute fällt keine Entscheidung über die Realisation der Geothermie,“ betonte Grasbrunns Bürgermeister Klaus Korneder vor rund 50 Zuschauer. Mit seinen Kollegen Robert Niedergesäß (Vaterstetten) und Piet Mayr (Zorneding) leitete er die interkommunale Sitzung. Zur jeweiligen Abstimmung wurde die Ratssitzung der beiden anderen Kommunen unterbrochen. Auf die Frage von Anja Jira (G), wie viele Haushalte angeschlossen werden und wer nicht angeschlossen werden kann, antwortete Bems, dass es entscheidend sei, wo letztendlich die Quelle liegt und dass man nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten die Versorgung beginnen werde. Ferner wollte Jira wissen, ob das kommunale Darlehn nicht als Subvention gewertet werden könne. „Nein“, antwortete Reif, „nicht wenn Leistung und Gegenleistung stimmen“. Max Walleitner (G) fragte nach der einst angedachten Bürgerbeteiligung am Geothermieprojekt. Die Bürgerbeteiligung habe man noch nicht vertieft diskutiert, erläuterte Reif. Bianca Poschenrieder (Z) brachte die Bürgerenergiegenossenschaft 3E-eG ins Spiel, aber auch hierzu gab es keine klare Aussage. Vielmehr sah Bems die Belastung des Bohrrisikos für einen Bürger als zu hoch an. Generell komme den Kommunen aber eine Beteiligung an der Gesellschaft zu, die sie an die Bürger weitergeben könnten. Auf Poschenrieders Frage nach der Gewerbesteuerverteilung, antwortete der Experte, dies erfolge nach den rechtlichen Möglichkeiten. Günter Glier (V) fragte, ob mit dem Bohrbeginn auch der Netzbauerfolge? Des Weiteren schlug er vor, mit Ökostrom die Energiezentrale zu betreiben. Beides verneinte Curd Bems letztendlich in seiner Antwort mit dem Hinweis auf Wirtschaftlichkeit. Kopfschütteln in allen drei Ratsgremien erntete Thomas Michalka (G) mit seinem Antrag, bei den Vertragsverhandlungen den Bürgermeistern und Experten zwei, maximal drei in Unternehmensfragen kompetente Gemeinderäte zur Seite zu stellen. Auch Bems hielt dies für kontraproduktiv. Im Grasbrunner Ratsgremium lehnte man Michalkas Antrag ab. Für die weiteren Vertragsverhandlungen stimmten Grasbrunn mit 15:2 Stimmen, Vaterstetten mit 23:1 Stimmen und Zorneding mit 19: 0 Stimmen ab.

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