Pumpstation Steinhöring

Wie das Öl zu uns kommt

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Henrik Betz ist Betriebsleiter der Transalpinen Oelleitung GmbH

Ebersberg Kolpingsfamilie besucht die Pumpstation Steinhöring

Steinhöring – „Wir befinden uns in einem Gefährdungsbereich,“ so der Betriebsleiter der TAL (Transalpine Oelleitung GmbH) Henrik Betz bei einer Führung durch die Pump- und Zwischenstation Steinhöring. Gar nicht so einfach auf das Gelände zu kommen. Es ist mit Stacheldraht umgeben, videoüberwacht, vor möglichen Störfällen geschützt. Hier stehen vier Rohöltanks der OMV GmbH und eine Übergabestation der TAL GmbH, die Rohöl aus einer Pipeline, die von Triest kommt, weiterleitet, weiter nach Ingolstadt und Burghausen - oder an die OMV übergibt. 

Vor dem Einfahrtstor warten etwa 20 Leute, eine Gruppe der Kolpingsfamilie Ebersberg. Die Clique möge unbedingt zusammenbleiben, wird gebeten. Das Tor geht auf. Dann stehen neugierige Menschen zwischen Pumpstation und Öltanks. Dort kommt ein mächtiges Rohr aus der Erde, an einer anderen Stelle verschwindet es wieder. Das Rohr ist grün wie die Tanks. An einem Bereich ist es über ein paar Meter blau lackiert. Dort wird die Menge sowie die Qualität des Öls kontrolliert, erfahren wir später. 

Henrik Betz führt die Gesellschaft übers Gelände, öffnet ein Tor zu einer der Hallen. Das ist das Herzstück der Anlage, die Pumpstation mit 6KW Motoren. In der Regel, so erklärt er, würden diese Pumpen gar nicht gebraucht, sie seien nicht nötig, da der Öldruck im Rohr, das aus den Bergen kommt, so groß ist, dass das Öl leicht bis nach Ingolstadt gedrückt wird. Das liegt daran, dass die Pipeline über die Alpen führt. Auf über 1.500 Meter geht sie hoch, in der Gegend des Felber Tauern. Das Gefälle von dort ins Voralpenland genüge, um das Öl einfach laufen zu lassen. In Norditalien freilich muss es hochgepumpt werden. Einen Meter Durchmesser hat die Pipeline und fördert 6.400 Kubikmeter Öl in der Stunde, das je nach Quelle unterschiedlich flüssig und häufig bis zu 40 Grad warm ist.

Neben der Pumpstation steht ein Entlastungstank. „Der ist immer leer, ein Sicherheitstank,“ erklärt Betz, „als Reserve, falls einmal zu viel Öl da ist.“ Die Pipeline wurde 1967 gebaut. So alt sind auch die Pumpen. Sie funktionieren noch immer. In den benachbarten Öltanks der OMV befindet sich Rohöl, aber auch Heizöl für den Notfall. Denn in Deutschland sind für 90 Tage Treibstoff und Heizöl eingelagert, für den Krisenfall. 1978 hatte man nach den Erfahrungen des Ölpreisschocks ein entsprechendes Gesetz erlassen. 

Natürlich wird auch das Thema Infraschall angesprochen, gab es vor einiger Zeit in Steinhöring doch einen mysteriösen Brummton, der die Gemüter erhitzte und dessen Ursache manche in der Pumpstation der TAL GmbH vermuten. Betz winkt ab. Es hätte so viele Messungen gegeben, die Pumpstation könne nicht der Grund dafür sein. Die Menschen der Ebersberger Kolpingsfamilie sind neugierig, sie stellen viele Fragen, die der Betriebsleiter gerne beantwortet. Als man auf Notstromversorgung zu sprechen kommt, schüttelt er den Kopf. „Das gibt es hier nicht.“ Was es aber gibt, sind jede Menge Blitzableiter, Stangen in den Himmel, über das Gelände verteilt. Die Führung mit der Ebersberger Kolpingsfamilie kam zustande, weil Manfred Ruopps direkt neben der Familie Betz wohnt – und so ergab sich aus gelebter Nachbarschaft diese Gelegenheit. Beim Verlassen des Geländes wird gut aufgepasst, dass ja keiner zurückbleibt. Kees

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