Hitzige Debatte im Stadtrat Ebersberg

Photovoltaik auf der grünen Wiese?

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Wird es in Zukunft Photovoltaik-Anlagen auf Freiflächen geben? Darüber diskutierte der Stadtrat in Ebersberg

Ebersberg will städtebauliches Entwicklungskonzept für Freiflächen-PV-Anlagen erarbeiten

Ebersberg – Die Ablehnung einer rund neun Fußball-Felder großen Freiflächen-Photovoltaikanlage hatte nicht nur im Technischen Ausschuss hohe Wellen geschlagen, sondern auch jüngst im Stadtrat zur heftigen Debatte geführt. Nach dem mit großer Mehrheit gefassten Beschluss, ein städtebauliches Entwicklungskonzept für Freiflächen-PV-Anlagen zu erstellen, wird bis zum Ergebnis noch ein Jahr vergehen. Grund der heftigen Debatte war: Ein einzelner Investor hatte einen Antrag zur Errichtung einer rund neun Fußball-Felder großen Freiflächen-Photovoltaikanlage gestellt, die mitten im hügeligen Ebersberger Land platziert worden wäre. Die lehnte der Technische Ausschuss mehrheitlich gegen die Stimmen der Grünen ab. 

„Ein Leuchtturm-Projekt“ hätte die CSU verhindert, hob Susanne Schmidberger noch in der Stadtratssitzung hervor und bot der CSU-Stadtratsfraktion anschließend wortreich „Nachhilfe für die Realisierung von Klimaschutzprojekten“ an. „Eine Energiewende um jeden Preis nach dem Motto „koste es was wolle“ lehnen wir ab“, erklärte Florian Brilmayer (CSU). Brilmayer hatte zuvor betont, dass „das Landschaftsbild, die Anliegen der Anwohner, der Naturschutz, die Belange anderer öffentlicher Träger und viele weitere Aspekte“ zu berücksichtigen seien. „Bei aller Notwendigkeit der Energiewende sind aus unserer Sicht neben den Aspekten des Klimaschutzes und den wirtschaftlichen Interessen der Investoren/Betreiber immer auch verschiedene andere Argumente zu berücksichtigen und abzuwägen“. Photovoltaikanlagen haben eine Lebensdauer von gut 20 Jahren und eine Baugenehmigung bleibt eine solche. 

Auch Doris Rauscher (SPD) betonte in Richtung Schmidberger, dass die SPD ebenso den Antrag abgelehnt hätte und verbat sich derartige Belehrungen in Sachen Klimaschutz. Solche Wortbeiträge „tragen zur Spaltung bei“, was dem Klimaschutz schade. Marc Block (Grüne) räumte beruhigend ein, dass man sich wohl etwas mehr Beratungszeit im Technischen Ausschuss hätte nehmen müssen. Schmidberger meldete sich dazu in dieser Sitzung nicht mehr zu Wort. Martin Schechner (CSU), Bio-Landwirt und seit über zehn Jahren Photovoltaik-Anlagenbetreiber, zeigte auf, wie sich eine PV-Anlage ins Gelände einfügen könne – siehe Laufing. Er und seine Kollegen in der Landwirtschaft machten sich intensiv Gedanken zum Klimaschutz. Danach ging er einen Schritt weiter.

 Er schlug Lösungsmöglichkeiten wie eine PV-Anlage in interkommunale Zusammenarbeit mit Kirchseeon vor, die auf dem Gelände des Staatliche Versuchsguts in Osterseeon entwickelt werden könnte. Respekt und Anerkennung zollte ihm daraufhin das Ratsgremium für seinen Vortrag. Nun sammelt im Ebersberger Rathaus Bauamtsleiter Christian Stöhr Vorschläge von Bürgern und Grundstückseigentümern, die ihr Areal für eine PV-Anlage zur Verfügung stellen wollen. Ob eine Realisierung dann am Ende möglich wird, hänge von der Eignung und Größe des Geländes ab. ar

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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