Aktion „Ohne Asche kein Phönix“

Ebersberg könnte einzigartige Pilotbühne werden

Künstler übergeben Forderungskatalog an Landtagsabgeordnete im Klosterbauhof in Ebersberg
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An den Foyer-Fenstern des „alten speichers“ hängen die Plakate der Künstler, die ohne Lockdown hier spielen würden. Davor stehen Sebastian Schlagenhaufer, Edeltraud Rey, Klaus Welm, Thomas Huber, Rudi Baumann, Doris Rauscher, Hans Klaffl und Markus Bachmeier beim Austausch der Forderungen im Klosterbauhof.

Die Ebersberger Künstler verfolgten ein Ziel: Nach dem Lockdown bei den Ersten sein, die öffnen dürfen

Landkreis – Zwei Hauptforderungen tragen die Ebersberger Initiatoren aus dem Kulturbereich den beiden bayerischen Landtagsabgeordneten Doris Rauscher (SPD) und Thomas Huber (CSU) vor.

Zum einen sollen nach dem November Lockdown die Kulturbühnen zu den ersten gehören, die wieder öffnen. Zum anderen schlagen sie für den Landkreis Ebersberg eine Pilotbühne vor.

Die könnte der „alte speicher“ in Ebersberg sein. Da nahezu alle Kulturgenre – vom Kabarett über das Volkstheater bis hin zu einer Reihe von unterschiedlichsten Konzert-Darbietungen – hier bereits aufgeführt wurden. „Kulturbühnen haben sich in Bayern als sichere Veranstaltungsorte und Veranstalter als zuverlässige Organisatoren erwiesen, die ihre Hygienekonzepte professionell umzusetzen wissen“, so die Ansage der Eberberger Initiatoren, deren Aktion in die bayernweite Künstler-Bewegung „Ohne Asche kein Phönix“ eingebettet ist. „Auch für uns Kulturschaffende hat die Gesundheit unseres Publikums und unserer Mitarbeiter oberste Priorität“. Kultur sei für die mentale Gesundheit der Bevölkerung von nachhaltiger Bedeutung.

In der Konsequenz, so ergänzte Veranstaltungstechniker Klaus Welm, habe die Politik bei den Schließungen der Kulturbühnen die vielen Mini-Jobber vergessen, die dazu beitragen, dass der Kulturbetrieb läuft. Der Veranstaltungstechniker beklagte, dass diese Personengruppe durch jedes Raster falle, nicht aufgefangen werde und ohne staatliche Hilfe dastehe. Drastisch sei die Zahl ihrer Einsätze im kulturellen Bereich gefallen.

Die Bedingungen für die Kulturbühnen sollten derart gestaltet sein, dass Besucherkapazitäten auf eine Personenzahl angehoben werden können, die unter Wahrung der Distanzvorgaben möglich sei. Für Markus Bachmeier, Geschäftsführer des alten kinos und des alten speichers, ist dies wichtig, denn es bestünde „die Gefahr der Entwöhnung von der Kultur“.

Thomas Huber und Doris Rauscher zeigten sich der kritischen Lage bewusst. Man habe verstanden, dass für den betroffenen Personenkreis die Förderanträge so zu formulieren seien, dass die Betroffenen aus den Fördertöpfen auch Gelder erhalten würden. Diese Botschaft soll bei der Staatsregierung ankommen. ar

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