Andere Blicke bringen weiter

Neue Ausstellung im Kunstverein Ebersberg

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Im Ebersberger Kunstverein ist zu sehen ab 13. September die Ausstellung „Mikrokosmos hat Mikroklima“ von Anton Bošnjak.

Ebersberg – Um Wahrnehmung geht es, um andere Blickwinkel, darum, seinen Standpunkt einmal zu verlassen und andere Sichten zuzulassen. Die Rede ist von der kommenden Ausstellung beim Ebersberger Kunstverein. Die Sommerpause ist vorbei und fast pünktlich zum Schulbeginn öffnet auch die Alte Brennerei wieder ihre Pforten. Dort zu sehen ab 13. September die Ausstellung „Mikrokosmos hat Mikroklima“ von Anton Bošnjak. 

Der Mann ist in Bosnien und Herzegowina, genauer in Mostar geboren und lebt in München. Als Kriegsflüchtling, wie er erzählt, kam er 1993 hierher und hat an der Münchner Akademie der Bildenden Künste studiert. Das mit den veränderten Sichtweisen hat mit einer großen Installation zu tun, die Bošnjak in Ebersberg zeigt: an einer langen Wand hängen lauter Spiegel, teilweise in verschiedenen Winkeln zur Wand versetzt. Man sieht sich selbst darin und natürlich den Raum. Doch sieht man weder sich noch den Raum so wie man es gewohnt ist – alles zeigt sich aus anderen Blickwinkeln. 

„Und die sind wichtig, gerade in der heutigen Zeit,“ sagt der Künstler. „Nicht nur für Künstler, sondern für jeden Menschen.“ Und damit wird schon angesprochen, dass der Ausstellung ein gewisser politischer Aspekt nicht fern ist. Einfach ein Spiegelkabinett wollte Bošnjak jedenfalls nicht schaffen, sondern einen Ort der Reflexion und Selbstreflektion, wie er sich ausdrückt. Es ist mehr als nur ein Spiel mit der Architektur. Richtig, das Werk trägt den Titel „Der andere Winkel“. Einen Raum weiter hängt Malerei. „Azels Garten“ - zu deutsch „Asyls Garten“ - nennt Bošnjak diesen Teil seiner Ausstellung. „Das Wort Asyl verwende ich dabei schlicht wie einen Vornamen.“ Das alte Ego des Künstlers? 

Zu sehen sind farbenfrohe abstrakte Bilder, die durchaus an Früchte erinnern. Tusche, Acryl, Öl, all diese Techniken spielen hier eine Rolle. Schon im Ausstellungstitel schwingt die Sicht des Künstlers auf die Gegenwart und ihre Probleme mit. „Mikrokosmos hat Mikroklima“ – jeder Mikrokosmos hat sein eigenes Klima. Das Wahrzeichen der Stadt Mostar ist die Brücke „Stari Most“ („Alte Brücke“). 19 Meter schwebt die Steinbrücke über den Fluss „Neretva“. Gebaut wurde sie im 16. Jahrhundert im Auftrag des osmanischen Sultans Süleyman I. Seit Jahrhunderten gilt sie als symbolische Brücke zwischen Ost und West, dem Orient und dem Okzident, zwischen den katholischen Kroaten, orthodoxen Serben und muslemischen Bosniaken. „Ihre Zerstörung 1993, dem zweiten Jahr des Krieges in Bosnien und Herzegowina, ist eine unmissverständliche Handlung,“ erklärt der Künstler. In seiner Arbeit „Das Tor zur anderen Welt“ hat Bošnjak die für die Brücke typische Form des Spitzbogens aufgegriffen. 

Auch davon wird in Ebersberg etwas zu sehen sein. Eröffnung der Ausstellung „Mikrokosmos hat Mikroklima“ von Anton Bošnjak im Ebersberger Kunstverein ist am Freitag, 13. September ab 19 Uhr. Zu sehen ist die Schau bis zum 6.Oktober. Die Öffnungszeiten sind jeweils Freitag von 18 bis 20 Uhr, sowie Samstag und Sonntag von 14 bis 18 Uhr. Am Samstag, den 21.September findet im Rahmen der Ausstellung ein Konzert mit der Band „Friends Of Gas“ statt, am Freitag, 27. September ein SISOKO Konzert. Zur Finissage am 6. Oktober lädt der Kunstverein um 16 Uhr zu einem Künstlergespräch mit Anton Bošnjak. Am Abend, ab 19 Uhr, heißt es dann „KunstKlang mit z.a.m.“Kees

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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