Mehr Transparenz

Ebersberger Stadträte wünschen Aussprache zum Vorgehen von EBERwerk

Landrat Robert Niedergesäß in einem Elektro-Fahrzeug
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Politiker – wie hier der Ebersberger Landrat Robert Niedergesäß (re.) – werben gerne für EBERwerk und seine Leistungspalette wie hier auf der EGA, die 2021 in wieder Ebersberg stattfinden soll

Mehr Transparenz fordern die Ebersberger Stadträte zum Vorgehen von EBERwerk

Ebersberg – „Warum teilt EBERwerk den Ertrag, aber nicht das Risiko eines Projekts?“ fragten sich Ebersbergs Stadträte fraktionsübergreifend. Wer so handle, müsse dies bitte den Ebersberger Stadträten erläutern. Dies war nicht das erste Mal, dass sich Ebersbergs Stadträte über die Handlungsweisen und Vorschläge des EBERwerks sehr erstaunt zeigten, die Beschlussfassung verneinten oder wie jüngst eine Erläuterung vor der Beschlussfassung einforderten.

Die Bereitstellung von Wasser und die Beseitigung von Abwasser gehören zur „Kommunalen Daseins Vorsorge“. Ähnlich sollte es mit der Storm-/Energie-Versorgung werden, die noch vor gut vier Jahren durch einen Großunternehmer und dessen Stromleitungsnetz erfolgte.

So lieferte in der Regel ein Stromversorger durch seine Leitungen seinen Strom an die Bürger. Den Kommunen zahlte der Stromversorger die so genannte „Konzessionsabgabe“ für die Nutzung der Gemeindestraßen, in denen die Leitungen verlegt waren, und rechnete diese Konzessionsabgabe zusammen mit seinen Unternehmenskosten über den Strompreis an die Bürger ab.

Mit zunehmendem Ausbau von PV- und Biogasanlagen im Landkreis rückte das Ziel näher, die Wertschöpfung in der Region zu halten. Hierfür mussten die Stromnetze in den Kommunen zum Teil von dem Großunternehmen zurückgekauft werden. Um dies leichter zu bewerkstelligen wurde EBERwerk, als der Zusammenschluss von 19 Landkreiskommunen, gegründet. Hier werden kommunale und private Strom- und Energieerzeuger bei ihren Projekten unterstützt, aber auch eigene Großprojekte zur Stromgewinnung durchgeführt.

Zur Betreuung der „Kommunalen Stromnetze“ wurde EBERnetz gegründet. Jede einzelne Landkreiskommune zahlte mehrere Millionen Euro für 51 Prozent ihres jeweiligen Stromnetzes in die gemeinsame Kasse. Doch bei Stromausfall im EBERnetz, werden die Kunden gebeten sich bitte an den Betreiber Bayernwerk Netz GmbH zu wenden.

Um die vielen einzelnen Projekte zur Realisierung und zum Betreiben werden Gesellschaften gegründet. So sollte kürzlich der Stadtrat Ebersberg beschließen, dass eine Betreibergesellschaft von EBERwerk und der Bürgerenergie im Landkreis Ebersberg eG (BEG) zu gründen ist. Diese sollen eine PV-Anlage, die EBERwerk bereits gehöre, gemeinsam betreiben. Hier sah Stadtrat Florian Brilmayer (CSU) ohne weitere Erläuterungen keine Möglichkeit dies zu beschließen. Denn warum sollte man alleine das Risiko, eine Anlage bereitzustellen, in Kauf nehmen und dann mit einem Geschäftspartner den positiven Ertrag teilen, wenn die Anlage in Betrieb ist. Fehle EBERwerk gar Kapital?

Nachdem auch fraktionsübergreifend nach Erläuterungen gefragt wurde, nahm Bürgermeister Ulrich Proske den Tagesordnungspunkt zurück und plant, in einer Sitzung Ende Januar 2021 Vertreter von EBERwerk für weitere Informationen einzuladen. - ar

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