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Ehren? Gar nicht so einfach

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Soll man Bürger in der Gemeinde Albaching für besondere Verdienste ehren oder auszeichnen? Und wenn ja, in welcher Form?

Albaching – Der Albachinger Gemeinderat diskutierte, wie am verdienstvolle Bürger der Gemeinde auszeichnen könne. Die vorgesehene Dreiteilung bei Ehrungen, bestehend aus Ehrenbürgerschaft, Bürgermedaille und Ehrenzeichen, fand Gemeinderat Helmut Maier des Guten zu viel. Teilweise gingen die Kriterien für die Bürgermedaille und das Ehrenzeichen „fließend ineinander über“, die Abgrenzung des einen zum anderen werde dadurch schwieriger, meinte er. Die Ehrenbürgerschaft hingegen könne man gut abgrenzen.

Mit Ehrungen wolle man andere Ehrenamtliche nicht verärgern 

Ratskollegin Jessica Vital-Robarge betonte, dass ihr solche Ehrungen und Auszeichnungen zuwider seien. Das Ehrenamt an sich sei ihr „sehr sehr viel wert“, aber alle ehrenamtlichen Dienste von Bürgern in der Gemeinde seien gleichermaßen in ihrer Wertigkeit, deshalb sollte man ihrer Meinung nach „nichts abstufen“. Höchstens mit der Ehrenbürgerschaft könne sie sich anfreunden. Die „gute Ehrenamtssituation“ in Albaching wolle sie aber „nicht antasten“, alles andere halte sie „für gefährlich“, so die Rätin. Eine gewisse Abstufung bei der Bürgermedaille konnte sich Bürgermeister Franz Sanftl schon vorstellen. 

Als „ein bisserl riskant“ fand auch Gemeinderat Jakob Sewald besondere Ehrungen und Auszeichnungen. Es könne passieren, dass man „damit Leute verärgert, die nichts bekommen haben.“ Unter Umständen könne daher der Schuss nach hinten losgehen, befürchtete Sewald. Dies berge ein gewisses Konfliktpotential. Jede Entscheidung von Seiten des Gemeinderats könne problematisch sein und diesen angreifbar machen, entgegnete der Bürgermeister darauf und war der Überzeugung: „Wir müssen uns den Entscheidungen stellen.“ 

Daraufhin erklärte Jessica Vital-Robarge, sie habe kein Problem damit, Entscheidungen zu treffen, dafür sei das Ratsgremium schließlich da, aber hierin sehe sie keinen Vorteil und „das Ehrenamt läuft doch super“, meinte sie. Ratskollege Bernhard Mayer sah es ebenfalls sehr kritisch, lediglich die Möglichkeit, jemanden zum Ehrenbürger zu ernennen, fand er sinnvoll. Bei den alljährlichen Bürgerversammlungen hebe der Bürgermeister diejenigen mit besonderen Verdiensten auf unterschiedlichen Gebieten ohnehin hervor, gab er zu bedenken. 

Zweiter Bürgermeister Rudolf Schreyer meinte, er wolle die Ehrenbürgerschaft in keiner anderen Weise vergeben wie bisher. „Ein Ehrenamt macht man, weil man‘s gerne macht und nicht, weil man sich einen mords Erfolg erhofft“, so Schreyer weiter. Klar mache man ein Ehrenamt gerne, entgegnete Helmut Maier darauf, aber er kenne keinen, der eine Auszeichnung dafür grundsätzlich abgelehnt habe. Marlene Langmeier wollte das Ehrenzeichen in der Satzung weglassen, dies gebe ein „Durcheinander“. 

Der Gemeinderat stimmte im Anschluss an die Diskussion in zwei Beschlüssen ab: Der erste, den vorliegenden Entwurf unverändert als Satzung zu beschließen, wurde mit zehn Gegenstimmen klar abgelehnt. Stattdessen beschloss der Rat mit zwei Gegenstimmen die Satzung über Ehrungen und Auszeichnungen, aber nur hinsichtlich Ehrenbürgerschaft und Bürgermedaille, so dass die Verleihung eines Ehrenzeichens nun entfallen soll. Die Verwaltung soll jetzt den Satzungsentwurf dahingehend überarbeiten und erneut dem Gemeinderat vorlegen. kg

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