#werde1vonUns

Ich will die Welt für die Kinder verbessern!

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„Das man kaum noch Insekten sieht, das war mir alles andere als geheuer“, dachte sich Charlotte Schmid. Und sie engagierte sich für das Volksbegehren „Rettet die Bienen.“ Das hat ihr soviel gegeben, dass sie sich jetzt weiterhin ehrenamtlich engagiert.

Landkreis – Ich heiße Charlotte Schmid, bin gebürtige Engländerin, Mutter von zwei noch schulpflichtigen Kindern und von Beruf selbstständige Patentübersetzerin. Zu meinem Ehrenamt kam ich vor einigen Monaten, als mir eine E-Mail in meine Postfach flatterte, in der ich gefragt wurde, ob ich nicht zwei Stunden Zeit hätte, um als Rathaushelferin für die Kampagne „Rettet die Bienen“ zu fungieren. „Zwei Stunden, um was für die Bienen zu tun?“ dachte ich. „Ja, das kann ich.“ Denn mir war schon seit einiger Zeit aufgefallen, dass man kaum noch Insekten sieht und das war mir alles andere als geheuer. 

Ich bin zu einem Vorbereitungstreffen nach Grafing gefahren, wo ich engagierte und begeisterte Menschen kennenlernte und ihre Begeisterung steckte mich sofort an. Seit dem Abend vergeht kein Tag, an dem ich nicht für die Bienen oder für unsere Welt etwas mache. Es ist für mich schon fast ein Zwang, alles zu tun, wozu ich die Kraft habe, um die Welt für meine zwei Kinder zu verbessern. Wenige Wochen nach unserem Treffen habe ich dann in Poing mit einigen anderen Aktiven zusammengearbeitet, um das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ zu einem Erfolg zu machen. Wir haben geplant, diskutiert, argumentiert. Hunderte von E-Mails verschickt. Unzählige Doodles erstellt. Wir sind in der Kälte und im Schnee gestanden, manchmal als Biene verkleidet, und haben unermüdlich Leute angesprochen.

Eine 4. Klasse der Poinger Grundschule konnten wir dazu überzeugen, auf dem Marktplatz ein spektakuläres Bienentanz - lied aufzuführen. So haben wir die Leute zum Schmunzeln gebracht und gleichzeitig unser Anliegen, zusammen mit tollen Fotos in den Zeitungen platziert. Während der Unterschriftenkampagne haben wir sogar einen ehrenamtlichen Taxidienst organisiert, für diejenigen, die schwer zu Fuß sind, um sie zum Rathaus zu bringen. Und immer wieder haben wir feststellen dürfen, dass sich die Leute unheimlich darüber freuen, dass wir uns dafür engagieren, dass endlich jemand was tut, nicht nur jammert und große Reden schwingt. Am Ende des Volksbegehrens waren wir alle fix und fertig und extrem emotional. Und als es klar wurde, dass das Volksbegehren erfolgreich war, habe ich vor Freude und vor Erschöpfung geweint. Seitdem das Volksbegehren vorbei ist, arbeite ich parallel an verschiedenen Projekten, häufig zusammen mit den liebgewonnenen Mitgliedern unseres „Volksbegehren Teams“. 

Wir treffen uns immer noch regelmäßig, jetzt als „Interessengemeinschaft Artenschutz“, um weitere Aktivitäten und Projekte zu besprechen, des Öfteren auch mit Politikern und Mitarbeitern der Gemeinde Poing. Was war für mich der schönste Moment? Es gibt zwei davon. Einer war der, als sich eine 96 Jahre alte Dame total gefreut hat, dass wir sie in unserem „Bienentaxi“ zum Unterschreiben ins Rathaus gefahren haben. Der andere Moment wiederholt sich immer wieder, wenn meine Kinder mir sagen, dass sie stolz sind, eine Mama zu haben, die so viel für die Bienen und unsere Umwelt tut. Während des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ haben sie selber „Stimmzettel“ in ihren Klassen von den Kindern unterschreiben lassen, Umfragen geschrieben und durchgeführt, mit Mama Themen durchdiskutiert und sie natürlich immer wieder aufgemuntert, wenn sie mal angefangen hat, zu verzweifeln.

96 Jahre alt oder sieben Jahre jung? Ganz egal: Jede(r) kann ihre/seine Rolle spielen. Ich wünsche mir, dass ich mehr Leute dazu motivieren kann, mitzumachen, um unsere Welt schöner, sicherer und gesünder für unsere Kinder zu machen. Ich möchte, dass meine Mitmenschen von ihrem Zauberschlaf aufwachen und erkennen, dass man jetzt handeln muss. Ich finde es schön, dass es Leute gibt, die verstehen, dass eine einzige Person doch ein Unterschied machen kann. Und soll. Und schließlich finde ich es ganz wunderbar, dass man bei ehrenamtlichem Engagement so viele tolle Freunde kennenlernen kann. red

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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