Kampf dem Plastik

Plastikmüll-Vortrag in Zorneding

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Der Zornedinger Sitzungssaal beim Plastikmüll-Vortrag.

Eine Expertin gibt in Zorneding Tipps zur Vermeidung von Plastikmüll. Die Erkenntnis des Abends: es ist gar nicht so schwer

Zorneding – Plastikmüll vermeiden ist gar nicht so schwer und vor allem nicht teuer. Das ist die Erkenntnis des Fachgesprächs, zu dem die Energieagentur Ebersberg eingeladen hatte. Im vollbesetzten Sitzungssaal des Zornedinger Rathauses sprach Autorin und Dozentin Dr. agr. Manuela Gaßner über ihre Erfahrungen in der Müllvermeidung, die sie auf ihrem Blog www.einfachzerowasteleben.de festgehalten hat. „Zero Waste ist unrealistisch, aber man kann mit kleinen Schritten anfangen“, ermutigte sie. Die Devise lautet: Ablehnen, reduzieren, wiederverwenden, reparieren, recyceln und kompostieren. 

Allerdings warnte sie vor sogenannten Bioplastiktüten: „Bitte nicht in den Biomüll werfen! Sie verrotten nur sehr langsam und die Sortieranlagen erkennen sie nicht.“ Generell solle man beim Einkauf unverpackte Waren bevorzugen und diese in Stofftaschen transportieren, Brot beim Bäcker kaufen statt zu plastikverpackten Aufbacksemmeln zu greifen, die ohnehin meist im Ausland produziert würden. „Dabei ist die Brotkultur in Deutschland sogar Weltkulturerbe.“ Statt Alu- und Frischhaltefolie eignen sich Gefäße mit Deckel, Küchenutensilien aus Holz, Glas oder Metall sind hygienischer und gesünder als Plastik, denn die darin enthaltenen Weichmacher können sich durch den Kontakt mit Fett oder Speichel lösen. Als Haushaltsreiniger seien Essig, Natron, Salz und Seife zu empfehlen, Waschpulver könne man im Großkarton kaufen statt in der Hartplastikflasche. 

In vielen Pflegeprodukten steckt Mikroplastik, dem man mit dem BUND-Einkaufsratgeber ebenso auf die Spur kommt wie mit Apps, zum Beispiel „ToxFox“ oder „CodeCheck“, mit denen man den Strichcode scannt, um die Inhaltsstoffe zu erforschen. Außerdem kann man die Hersteller von unnö- tigen Plastikverpackungen anschreiben, auch dafür gibt es eine App: Bei „Replace Plastic“ wird der Strichcode gescannt, die Beschwerdemail dann automatisch verschickt. Mikroplastik ist übrigens auch in synthetischer Kleidung enthalten, löst sich beim Waschen heraus, landet so im Grundwasser und letztlich im menschlichen Organismus. 

Dass Müllvermeidung nicht teuer sein muss, beweisen zwei Beispiele: Ein Müsli to go kostet pro Kilo über 22 Euro, ein Vielfaches der gleichen Müslimenge im Karton. Kaffeekapseln kosten bis zu 90 Euro pro Kilo, die gleiche Menge fair gehandelter Bio-Pulverkaffee unter 20 Euro. Noch teurer ist Coffee to go, doch allein in München landen pro Tag rund 190.000 Kaffeebecher im Müll. Derzeit wird viel Werbung für to-go-Becher aus Bambus gemacht, doch die sind keine Alternative: „Auch die sind kunststoffbeschichtet“, so Gaßner, die stattdessen empfiehlt, sich ins Café zu setzen und sich Zeit zum Genießen zu nehmen. se

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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