Die gemalte Sehnsucht

Ausstellung im Ebersberger Rathaus

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Ein Werk von Barbara Börner

Eine Retrospektive der verstorbenen Künstlerin, Sängerin, Lehrerin, Dirigentin, Lyrikerin und Musikerin Barbara Börner im Rathaus Ebersberg.

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Ebersberg – Barbara Börner war auf dem Weg zu einem Konzert in München, als sie auf dem Bahnsteig einfach umfiel. Genauso, wie sie es sich gewünscht hatte: selbstständig bis zuletzt. Sie hinterließ zwei Kinder, drei Enkel und ein großes Erbe an Bildern. Während des zweiten Weltkriegs waren Siegfried und Barbara Kinder, die sich aneinander klammerten, seit sie sich im Domchor kennengelernt hatten. Den Bombenangriff auf Dresden erlebten sie im 30 Kilometer entfernten Freiberg, von dem aus der Feuerschein der brennenden Stadt noch zu sehen war. M

it 23 Jahren packten sie ihre sieben Sachen und machten sich auf in den Westen. Nach der ersten Anstellung als Musiklehrerin im Internat Schloss Neubeuern führte sie der Weg an das Gymnasium Grafing. Als Musik- und Deutschlehrerin lebte sie dort ein erfülltes Leben, organisierte Schul- und Kirchenkonzerte, sang mit James King und im Schweizer Rundfunk mit Dietrich Fischer-Dieskau und dirigierte zur Einweihung der Grafinger Stadthalle Chor und Orchester zur Aufführung der Carmina Burana im Beisein von Godela Orff, der Tochter des Komponisten Carl Orff. 

Der Ruhestand schenkte ihr Zeit für neue Aktivitäten: Paar-Eislauf, Parketttanz, Gesangsschüler unterrichten und Workshops geben und eben die Malerei. Sie probierte viele Techniken aus und setzte ihr Seelenleben in Gemaltes, Gespraytes oder Gestaltetes um. So entstanden rund 250 Bilder. Bis zu ihrem unerwarteten Tod hatte Sie eine eindeutige Meinung zu ihren Bildern: „Nehmt, was euch gefällt und werft den Rest ins Feuer. Keiner außer mir kann damit etwas anfangen.“ Ihre beiden Kinder sind aber der Meinung, dass von den Bildern eine Strahlkraft ausgeht. Ein abstraktes Spiel mit Farben, das anrührt, das verzaubert. Mag auch manches sperrig wirken und den Betrachter durch Farbwahl oder Motiv aufrütteln. In jedem der Bilder findet sich ein Stück Seele der Künstlerin Barbara Börner. Das, was sie beschäftigt hat, was raus auf die Leinwand sowie in die Welt geschrien werden musste und was das Herz des Betrachters anrührt. 

Die Vernissage der Ausstellung „Die gemalte Sehnsucht“ findet am Samstag, 29. Juni, um 18 Uhr im Rathaus Ebersberg statt. Manche Bilder stehen zum Verkauf. Eventuelle Verkaufserlöse kämen komplett einer karitativen Einrichtung zugute. red

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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