Freie Schule Glonntal informiert

In einem Boot

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Neues Eltern/Lehrer-Seminar macht Schule: gemeinsam Segeln statt Segel streichen.

Erlebnispädagogik für Eltern und Lehrer

Baiern – Mit ihren „schwimmenden Klassenzimmern“ auf drei Schulsegelschiffen konnte die Freie Schule Glonntal in den letzten Jahren beste Erfolge verbuchen. Nun wird das Erfolgsmodell ausgedehnt: Eltern und Lehrer gehen gemeinsam auf Segeltörn und wachsen dadurch optimal als Team zusammen. „Du hast ja nicht die geringste Ahnung, wie schwer das alles für mich ist!“ Wer kennt ihn nicht, diesen Seufzer – egal ob von Eltern oder Kindern ausgesprochen. Vielleicht wäre alles leichter, wenn Groß und Klein einfach mal für ein paar Tage die Rollen tauschen würden. Aber leichter gesagt als getan… Viele Eltern wünschen sich, ihre Kinder in schulischen Bereichen besser zu verstehen und zu unterstützen. Eine Möglichkeit hierzu bieten die regelmäßigen Elternabende, die in jeder Schule veranstaltet werden. Ihr Ziel ist ein kontinuierlicher Austausch zwischen Eltern und Lehrern, der letztendlich dem Wohle und schulischen Erfolg der Schüler dienen soll. Die Praxis sieht leider oft anders aus: Eltern, die keine Lust mehr haben, zwei Stunden lang zu warten, bis sie mal fünf Minuten Zeit bekommen, um über die Mathematikschwäche ihres Sohnes zu reden. Lehrer, die enttäuscht sind, dass viele Eltern diese Abende nur als „Kurzzeit-Pflicht“ sehen und sich ansonsten kaum um die Leistungen ihrer Kinder kümmern. So suchen einige Schulen nach neuen Wegen, damit Eltern und Lehrer künftig besser an einem Strang ziehen. Eine dieser Einrichtungen ist die Freie Schule Glonntal in der Nähe von München. Rektor Hartmut Lüling hat eine klare Vision: „Ich sehe Eltern und Lehrerschaft als Team. Ein Team, das in einem Boot sitzt und gemeinschaftlich erreichen will, dass die Kinder den richtigen Kurs einschlagen.“ Lülings Anlehnung an den Seglerjargon kommt nicht von ungefähr. Schon seit Jahren verbucht die Glonntal-Schule nachhaltige Erfolge mit ihrem „Unterricht in schwimmenden Klassenzimmern“, der in den Sommermonaten auf mehreren Schulschiffen abgehalten wird. Dieses Konzept wird nun weiter ausgedehnt. Es geht um „Erlebnispädagogik für Eltern“ - und das neue Angebot verspricht schon jetzt, ein voller Erfolg zu werden! Die Eltern/Lehrer-Seminare werden auf drei Schulseglern stattfinden, jeweils drei bis fünf Tage dauern und die Besatzung dabei automatisch zu einem Team zusammenschweißen. Bis zu neun Personen sitzen in einem Boot, wenn es dann heißt: „Kurs halten auf Elba“. Eltern und Lehrer agieren als eine Mannschaft, die sich gegenseitig unterstützt, die Segel hisst oder einholt, gemeinsam kocht, spült und putzt. Rektor Lüling: „Wir haben es auf den Segeltörns mit unseren Schülern schon vielfach erlebt. Es bedarf immer weniger der Worte. Schon nach kurzer Zeit genügt ein Blick, ein Händedruck oder eine kleine Umarmung – und jeder weiß sofort, worum es dem anderen geht.“ Auf dem gemeinsamen Törn lernen die beiden erwachsenen Seiten, stets fair zusammen zu halten, um danach als gut eingespieltes Team die Jugendlichen sicher durch die Wogen der Pubertät zu begleiten. Und die Eltern können nach dieser Erfahrung die schulische Erlebniswelt ihrer Kinder sowohl praktisch als auch gefühlsmäßig viel besser nachvollziehen. Die neue Begegnungsebene trägt zu einem größeren, gegenseitigen Verständnis bei und wird Kinder und Eltern sichtlich entspannter durch die kommenden Schuljahre tragen. red

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