Im Gespräch mitGertrud Hanslmeier-Prockl

Der Einrichtungsverbund Steinhöring wächst

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Der Einrichtungsverbund Steinhöring stellt sich den zunehmenden Anforderungen

Steinhöring – Gertrud Hanslmeier-Prockl strahlt. Nachdem der Ärger um ihre unerwartete Kündigung Ende Mai Geschichte ist – schon im Juni wurde diese nach einer großen Protestwelle im gesamten Landkreis wieder zurückgenommen (Mitarbeiter und Bewohner organisierten Solidaritätsveranstaltungen, die Politik intervenierte, allen voran Landrat Robert Niedergesäß, die beiden Landtagsabgeordneten Thomas Huber und Doris Rauscher, die Europaabgeordnete Angelika Niebler, sowie der Bundestagsabgeordnete Andreas Lenz) –, ist sie voller Tatendrang. Aufgaben stehen genügend an, erzählt sie. 

Noch im September beispielsweise wird ein neues Wohnhaus für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf in Ebersberg eingeweiht. „16 Personen leben bereits in den neuen Räumen, weitere acht ziehen zum 1. November dort ein,“ berichtet sie begeistert. Der Frau ist es ein Anliegen, Menschen mit erhöhtem Hilfebedarf zu unterstützen. Das Motto auch in diesem Wohnprojekt: „Selbständigkeit soweit wie möglich, Unterstützung soweit wie nötig.“ Natürlich ist es für die Bewohner, großartig, so zentral in Ebersberg leben zu können. „Damit kommt der inklusive Gedanke zum Tragen, denn die zentrale Lage ermöglicht den Bewohnern besser und leichter am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Sie können jederzeit Geschäfte aufsuchen oder an kulturellen Veranstaltungen teilhaben.“ 

Das Haus ist übrigens barrierefrei. Deren Bewohner arbeiten in der Förderstätte und der Werkstatt. Am 27.September ist dort offizielle Einweihung samt einem Tag der offenen Tür. Hanslmeier-Prockl hofft, ein ähnliches Projekt auch bald in Grafing einrichten zu können. „Da sind wir gerade dran.“ Doch wirklich spruchreif sei die Sache noch nicht. Wichtig sind solche Projekte, sagt sie, weil der Bedarf im Landkreis immer höher wird. Derzeit auf der Warteliste: etwa 40 Menschen. Der steigende Bedarf hat natürlich auch mit dem Zuzug in den Landkreis zu tun. In Markt Schwaben beispielsweise hat man deshalb eine neue Frühförderstelle eingerichtet. Dort finden Eltern Unterstützung, wenn sie wegen einer verzögerten Entwicklung ihres Kindes beunruhigt oder ihre Kinder behindert sind. Verschiedene Fachkräfte - Heilpädagogen, Psychologen, Ergotherapeuten, Logopäden und Physiotherapeuten - arbeiten dort interdisziplinär zusammen. 

Mit der Anzahl der zu Betreuenden wächst freilich auch die Einrichtung selbst. „Wir werden immer größer,“ erklärt die Gesamtleiterin des Steinhöringer Einrichtungsverbundes, die den Bedarf der Menschen im Landkreis unbeingt gerecht werden. Das heißt auch, dass die Anzahl der Mitarbeiter wächst und es derzeit freie Stellen gibt. „Wir suchen dringend Erzieher oder Heilerzieher. Aber auch Menschen ohne Qualifikation im sozialen Bereich können bei uns einsteigen.“ Und dann berichtet sie noch freudig: „30 junge Menschen haben ihren Freiwilligendienst bei uns begonnen.“. Nach Hanslmeier-Prockls Erfahrung entscheidet sich ein Großteil der Freiwilligen im Anschluss für eine Ausbildung im sozialen Bereich. Es war eine gute Entscheidung, die Frau nicht gehen zu lassen.Kees

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