Die Lage im Einzelhandel ist angespannt

Markus Steinberger, Ortsvorsitzender des Gewerbeverbands Glonn
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Unternehmen vor Ort zahlen auch Steuern vor Ort und seien nicht selten Sponsor des örtlichen Vereins, sagt Markus Steinberger, Ortsvorsitzender des Gewerbeverbandes Glonn

Wer in Zukunft weiterhin belebte Städte und Dörfer haben möchte, entscheide dies heuer mit seiner Kaufkraft, sagt Markus Steinberger vom Gewerbeverband Glonn. Er befürchtet ein katastrophales Weihnachtsgeschäft

Glonn – „Wer in fünf oder zehn Jahren noch durch belebte Dörfer oder Städte schlendern möchte, der muss das heute mit seiner Kaufentscheidung deutlich machen.“ Das sagt Markus Steinberger, er ist Ortsvorsitzender des Gewerbeverbandes Glonn. „Die Lage im Einzelhandel ist angespannt – das Weihnachtsgeschäft steht unmittelbar vor der Tür. Die aktuellen Maßnahmen und die weiteren Verschärfungen werden sich nachhaltig negativ auf den stationären Handel hier in Glonn auswirken. Wir erwarten jetzt von der Politik ein klares Bekenntnis zur regionalen Wirtschaft“, so Steinberger weiter.

Die Präsidentin der Bund der Selbstständigen (BDS), Gabriele Sehorz unterstrich die Forderung des Ortsverbandes Glonn: „Es ist äußerst befremdlich, wenn der bayerische Ministerpräsident jetzt von einem ‚Weihnachten der Liebe und nicht einem Weihnachten der Konsumgüter‘ spricht“, so Sehorz. „Fest der Liebe und Konsum im regionalen Einzelhandel stehen in keinerlei Gegensatz. Wir widersprechen der Annahme des Ministerpräsidenten vehement, wir rufen die Bürger vielmehr dazu auf, jetzt ganz besonders die Geschäfte vor Ort zu unterstützen.“

Markus Steinberger fügt hinzu: „Diese familiengeführten Unternehmen bringen sich in die Gesellschaft ein, zahlen Steuern vor Ort und sind nicht selten der Sponsor des örtlichen Sportvereines. Jetzt müssen wir gemeinsam dafür sorgen, dass dies auch so bleibt.

Eine BDS-interne Umfrage zeigt, dass Unternehmen, die nicht einer Betriebsuntersagung unterliegen, nicht die 75 Prozent Umsatz aus dem Vorjahr erwirtschaften können. Der prognostizierte Rückgang liegt branchenübergreifend bei 42,68 Prozent im November 2020. Hier würden keine Wirtschaftshilfen greifen. Das liege auch daran, dass bei nahezu allen wirtschaftlichen Hilfen Spätfolgen nicht berücksichtigt werden. So müsse zum Beispiel die Überbrückungshilfe endlich geändert und an Realitäten angepasst werden, da sich hier die Berechtigungsgrundlage immer noch darauf beschränke, dass man in den Monaten April bis August Umsatzrückgänge hatte. „Die Hilfen müssen gesamtwirtschaftlich greifen“, so Präsidentin Sehorz abschließend.red

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