Brexit bringt neue Bürger

Neubürgerempfang im Landkreis

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Stellvertretend für alle 289 Neueingebürgerte überreichte Landrat Robert Niedergesäß die Staatsbürgerschaftsurkunde an Nermin und Mirela Kecalevic, Robert John Harrison und Khairah Khairuman Weber. Mit dabei waren Katrin Schneider und Claudia Gros (1.u. 2. v.l.), die im Ausländeramt des Landratsamtes den formalen Prozess der Einbürgerung begleiteten.

Empfang für Neueingebürgerte im Landkreis 2018 – darunter waren 61 Briten

Landkreis – Fahnen, Blumen und Lebkuchenherzen in den Landkreisfarben zierten den ‚alten speicher‘ beim Empfang der Neueingebürgerten im Landkreis Ebersberg. Landrat Robert Niedergesäß begrüßte rund 300 Gäste, Neueingebürgerte und ihre Angehörigen. Seite Mitte Oktober 2016 bis Ende September 2018 erhielten im Landkreis 289 Personen aus über 60 Nationen ihre Staatsbürgerschaftsurkunde. 

Was viele vermuteten, bestätigte Robert John Harrison anschließend in seiner Erklärung. „Der Bexit bringt dem Landkreis neue Bürger“. Der Brexit ist letztendlich ausschlaggebend, dass Bürger aus Großbritannien in Deutschland eine zweite Staatsbürgerschaft annahmen, den nicht ganz einfachen Weg der Einbürgerung auf sich nahmen. Auch wenn man schon 20 Jahre mit der Familie hier wohne, arbeite, im Landkreis integriert sei, gar die Kinder hier geboren wurden, ist die Einbürgerung ein einschneidendes Erlebnis, räumte Harrison ein. Auch von anderen der insgesamt 61 eingebürgerten Briten war zu hören, dass Unternehmen ihnen den Schritt nahegelegt hätten. Dennoch ist es nicht nur ein äußerer Einfluss, der zur Einbürgerung Anlass gab. In Großbritannien hätten sie nicht über den Brexit mitabstimmen dürfen, weil sie dort keinen Wohnsitz gehabt hätten. 

Auch in Deutschland konnten sie nicht an Land- und Bundestagswahlen teilnehmen. Letzteres hätte nun ein Ende mit dem Erlangen der Staatsbürgerschaftsurkunde. Man freue sich, mitbestimmen zu dürfen. Mit je 24 Neueingebürgerten folgten Kroaten und Polen den Briten auf der Nationenliste. Aus Rumänien haben sich 17 Personen, aus Vietnam 13, von Bosnien-Herzegowina zwölf, Ungarn acht, Thailand sechs sowie je fünf Personen aus Bulgarien, der Türkei und Tschechien für die deutsche Staatsbürgerschaft entschieden. Sie alle bereicherten den Landkreis mit ihrer Kultur und ihrer beruflichen Erfahrung als Handwerker, Natur- und Geisteswissenschaftler, IT-Spezialisten, Sozialpädagogen oder Erzieher, betonte Landrat Robert Niedergesäß und hieß die Gäste in vielen Landessprachen willkommen. Mit konzertanter Blasmusik hatte die Marktkapelle Markt Schwaben unter der Leitung von Andreas Gammel die Festveranstaltung umrahmt. ar

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