Enthüllung und Mauerfall

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Über den Mauerresten ist eine Skulptur montiert, die eine Gruppe von Jugendlichen zeigt, die einander helfen über die Mauer in die Freiheit zu fliehen. Dies war damals nur unter akuter Lebensgefahr möglich. Foto: Hartl

Das Gymnasium Grafing hat ein Zeichen gesetzt. Zur Erinnerung an den Fall der Mauer im November 1989 wurde ein tonnenschweres Stück Mauerrest im Pausenhof ins rechte Licht gerückt und mit einer Informationstafel ergänzt. 

Grafing – Die Schüler inszenierten ein kleines „Schauspiel“ vor zahlreichen Gästen vor einer symbolischen Mauer aus lauter Pappschachteln. Sie spielten „Ex-DDR-Bürger“ die diskutieren und schließlich in einem mutigen Ausbruch gemeinsam die Mauer einreißen und sich schließlich glücklich in die Arme fallen. 

Vor rund 20 Jahren kamen auf Umwegen ein paar Mauerteile aus Berlin in das Gymnasium Grafing. Die Tonnen schweren Teile lagen immer auf dem Schulhof herum und die Schüler hatten von der Geschichte dieser unansehnliche Mauerbrocken keine Ahnung, da sie zum Zeitpunkt des Mauerfalls noch gar nicht geboren waren. Lehrer, Schüler, Eltern, Historiker, Architekten und Künstler haben sich schließlich zusammen getan, haben Entwürfe gezeichnet, Materialien und Bilder gesammelt, Texte verfasst und immer wieder diskutiert, verworfen, neu gemacht und verbessert. 

Aus dieser gemeinsamen Arbeit ist schließlich mit Hilfe von Sponsoren, wie die Kreissparkasse, die Raiffeisen-Volksbank und dem Landratsamt ein eindrucksvolles Erinnerungszeichen entstanden, ein markantes Denkmal an den Fall der Mauer  im Pausenhof des Gymnasiums. Das Denkmal ist auch Mahnmal und soll den heutigen und künftigen Schülern eine Epoche deutscher Geschichte im Gedächtnis erhalten, an deren Anfang der mörderische Krieg der Nazi-Diktatur stand, eine Epoche, die bestimmt war durch die Teilung Deutschlands, den Kalten Krieg und die DDR-Diktatur, die ihren Bürgern das Recht auf freie Entfaltung verwehrte, eine Epoche, die durch die Zivilcourage und den Freiheitswillen ihrer Bürger mit der Wiedervereinigung Deutschlands endete.

„Denkmäler schärfen das historische Bewusstsein – Erinnerungszeichen bewahren das historische Erbe“, so der Rektor das Gymnasiums Grafing Dr. Harald Parigger in seiner Laudatio. oha

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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