Erdkundeunterricht mal anders

Wie vermeide ich Plastikmüll?

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Plastik im Alltag – was können wir tun? Mit dieser Frage beschäftigten sich Falk Skeide und die Fünftklässler am Gymnasium Vaterstetten.

Erdkundeunterricht mal anders: Wie vermeidet man Plastikmüll? Zornedinger hält Vortrag vor Fünftklässlern

Vaterstetten – Plastikmüllpiraten auf dem Vormarsch: Der Zornedinger Falk Skeide hat es sich zur Aufgabe gemacht, vor allem Kinder über die Vermeidung von Plastikmüll aufzuklären. 

Nun war er zu Gast im Humboldt-Gymnasium Vaterstetten, denn Erdkundelehrerin Daniela Peter war es wichtig, gerade im Fach Geographie auf solch drängende aktuelle Probleme hinzuweisen. Erfreulich: Die Fünftklässler haben bereits ein enormes Wissen. Sie wissen zum Beispiel, dass Plastik der Oberbegriff für Kunststoffe aller Art ist, dass es aus Erdöl hergestellt und nur sehr langsam abgebaut wird. Ratlosigkeit herrschte allerdings, als Skeide fragte: „Wie war das denn, bevor Plastik erfunden wurde?“ Augenzwinkernd fügte er hinzu: 

„Auch früher haben sich die Menschen gewaschen.“ Statt Shampoo, Dusch- und Waschgel in Kunststoffflaschen, oftmals mit Mikroplastik versetzt, kam damals allerdings ein Stück Seife zum Einsatz. Wie schwer es ist, Kunststoffe zu recyceln, zeigte Skeide mit einem Film aus einer Mülltrennungsanlage. Da erfuhren die Kinder, wie wichtig es ist, Joghurtbecher und Aludeckel voneinander zu trennen oder warum Kunststoffflaschen besser recycelt werden können als Chipstüten. Über drei Viertel aller Kunststoffe können allerdings gar nicht wiederverwendet werden. 

Zwar habe Kunststoff unbestreitbar einige Vorteile wie etwa geringes Gewicht, räumte Skeide ein. Aber da die Erdölvorkommen in etwa 40 Jahren verbraucht seien, sei es wichtig, neue Stoffe zu entwickeln, die die gleichen Eigenschaften hätten. Als Beispiel zeigte er eine Seifenschale, die aus flüssigem Holz, einem Abfallprodukt der Holzindustrie, hergestellt wurde. Außerdem gebe es auch schon Verpackungen aus Stärke. „Das haben wir im Unterricht auch schon mal hergestellt“, erzählte ein Schüler. In Gruppen überlegten die Kinder, wo Plastik im Alltag verwendet wird, welche Alternativen es gibt und wie man es generell vermeiden kann. Und siehe da, Möglichkeiten gibt es viele: Flaschen und Dosen aus Metall, Keramik oder Glas, Einkaufstaschen aus Stoff, Zahnbürsten aus Holz. Oder auch ganz einfach: Plastiktüten nicht nach einmaligem Gebrauch wegwerfen, sondern möglichst oft wiederverwenden. Auch in Kosmetika ist oft Mikroplastik enthalten. 

Ein Schüler erzählte: „Wir haben dafür eine App.“ Skeide nickte: „Ja, mit der App „CodeCheck“ scannt man einfach den Strichcode und erfährt, ob ein Produkt Mikroplastik enthält oder auch andere schädliche Inhaltsstoffe.“ „Ich habe heute viel Neues gelernt“, meinte eine Schülerin nach dem Vortrag und ihre Freundinnen nickten bekräftigend. Sie werden ihren Eltern beim Einkauf künftig ganz genau auf die Finger sehen. se

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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