Mehr Geld für Erzieher

Vaterstetten: Erzieher-Zulage gekürzt

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Begehrte Fachkräfte: Durch den steigenden Bedarf an Kinderbetreuung besteht eine hohe Nachfrage nach qualifizierten Erzieherinnen.

Die Diakonie zahlt ihren Erzieherinnen nur noch 135 Euro München-Zulage. Die Gemeinde soll den Betrag verdoppeln, fordern die Eltern

Vaterstetten – Seit Jahresbeginn erhalten die Erzieherinnen der beiden Kindertagesstätten Luise-Bayerlein-Haus in Vaterstetten und Kinderkrippe Weißenfeld von ihrem Träger, der Diakonie Rosenheim, nur noch 135 statt 150 Euro München-Zulage. „Es war von Anfang an nur eine zeitlich befristete Zulage, die freiwillig bezahlt wurde“, stellt Daniel Wagner, Pressesprecher des Diakonischen Werks Bayern, klar. Der erhoffte Effekt stellte sich jedoch nicht eingestellt: „Es gab nicht mehr Bewerbungen durch die Zulage.“ 

Im Dezember jedoch beschloss die Arbeitsrechtliche Kommission (ARK) der Diakonie, allen Beschäftigten im Verdichtungsraum München – dazu gehört auch der Landkreis Ebersberg - ab Januar 2020 per Tarif eine „allgemeine Ballungsraumzulage“ in Höhe von 135 Euro zu zahlen. Für die Diakonie-Erzieherinnen in Vaterstetten bedeutet dies nun also 15 Euro weniger pro Monat als bisher. Neben der Ballungsraumzulage erhalten Beschäftigte mit Kindern ab 2020 zusätzlich bis zu 50 Euro pro Kind. „Hinzu kommen noch die Jahressonderzahlung und die beitragsfreie Altersvorsorge“, so der ARK-Vorsitzende Günther Bauer. Eine Erzieherin verdiene bei der Diakonie seit Jahresbeginn zwischen 3.173 Euro und 3.832 Euro monatlich. Die Eltern der Kita Weißenfeld sehen ihr Personal allerdings im Nachteil, seitdem sie erfahren haben, dass die Gemeinde Vaterstetten ihren eigenen Angestellten seit Jahresbeginn eine doppelt so hohe München-Zulage bezahlt. Die unteren Entgeltgruppen im Rathaus erhalten seitdem 270 Euro zusätzlich. 

Da die Gemeinde keine eigenen Kinderbetreuungseinrichtungen betreibt, erhalten die Angestellten der Vaterstettener Kinderkrippen, Kindergärten und Horte diesen Bonus nicht. In einer Online-Petition beschwert sich der Elternbeirat über die Ungleichbehandlung. Die Argumente aus dem Rathaus - Fachkräftemangel, Wettbewerb mit der Stadt und dem Landkreis München, hohe Lebenshaltungskosten im Großraum München – würden in gleichem Maße für die Mitarbeiter in den Kitas gelten. Werde in den Vaterstettener Betreuungseinrichtungen weiterhin keine München-Zulage gewährt, führe dies zu einem ungleichen Wettbewerb mit Zulage zahlenden Gemeinden. Am Ende kriege man keine qualifizierten Erzieherinnen beziehungsweise könne die Abwanderung von Personal nicht verhindern. Mit dem Personal stehe und falle jedoch die Qualität und Anzahl der Kinderbetreuungsplätze. Um entsprechenden Druck zu machen werden im Internet nun Unterstützer gesammelt. 

Die Gemeinde stelle den Trägern bereits die Gebäude mietfrei zur Verfügung beziehungsweise zahle die jeweiligen Mietkosten, leiste einen Investitionskostenzuschuss für die Erstausstattung und einen Defizitausgleich in der Startphase, außerdem werde ein Drittel der Personalkosten finanziert, erklären dazu die Vaterstettener CSU und ihr Bürgermeisterkandidat Leonhard Spitzauer. Zu einer Übernahme der München-Zulage sehe man sich jedoch nicht in der Lage. Nach CSU-Rechnung würde dies pro Jahr zwischen 500.000 und 600.000 Euro kosten. „Wir empfehlen den Trägern, die München-Zulage an ihre Mitarbeiter zu zahlen und die Kosten auf die Eltern umzulegen.“ Die monatlichen Elternbeiträge würden damit zwischen 10 und 20 Euro pro Kind steigen. „Wir glauben, dass diese Erhöhung für die meisten Eltern verkraftbar wäre.“

 Für alle Familien, die diese Zusatzkosten nicht stemmen können, soll ein mit 50.000 Euro ausgestatteter „Härtefallfonds“ zur Unterstützung eingeführt werden. Darüber hinaus will man seine Bemühungen fortsetzen, für Erzieherinnen vergünstigten Wohnraum vor Ort zu schaffen, so die CSU. In Baldham-Dorf sei damit bereits begonnen worden. die

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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