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Fackelzug gegen steigenden Bahnlärm 

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Bahnhof Kirchseeon bei Nacht
Die Ruhe vor dem Sturm am Bahnhof Kirchseeon. © Foto: osw

Er ist der Pionier unter den Bahnlärmgegnern im Landkreis Ebersberg und er gibt auch im fünften Jahr seines Bestehens nicht auf in seinem Kampf für mehr Lärmschutz: Der Arbeitskreis Bahnlärm in Kirchseeon.  

Kirchseeon – „Aber die Zeit läuft uns davon!“ So appellierte Susanne Höpler jüngst beim AK-Treffen Kirchseeoner Café Zam. Die Arbeitskreisgründerin freut sich über immerhin 20 Anwesende, aber sie weiß auch, dass die Öffentlichkeit dauerhaft auf hohem Niveau mobilisiert werden muss. Dies geschah jüngst durch die Gründung einer neuen Allianz, „Bürgerinitiative Brennernordzulauf Landkreis Ebersberg“. Einer ihrer Vertreter war zu Gast im Café Zam, wohl auch, um die „Einflussgebiete“ untereinander zu klären. „Wir mischen uns da nicht ein“, so Alexander Hoepler, der das Treffen leitet. Er meint die Auseinandersetzung der Ebersberger um die Trassenführung des Brennernordzulaufs, also Neuland.

In Kirchseeon geht es um den Lärmschutz auf bestehenden Gleisen, bis runter nach Trudering. Denn die Deutsche Bahn weigert sich, auf der Bestandsstrecke Maßnahmen wie bei neuen Gleisen zu ergreifen. Und Alexander Höpler kann es eigentlich nicht mehr hören (sic!) Besser anschaulich vor Ort als mit einem Blatt Papier in der ATSV-Halle, so fordert er seine Mitstreiter zu sichtbaren Aktivitäten, wie etwa eine Begehung entlang der Bahnstrecke: Mit Plakaten soll von Station zu Station auf die Probleme und Forderungen hingewiesen werden, auch mit Lautsprechern, Lärm machen; noch in diesem Herbst. Man habe viele nützliche Kontakte und viel Know-How gesammelt, so der AK-Gründer.

Und ja, die Öffentlichkeit habe positiv auf die letzte Großveranstaltung in Kirchseeon reagiert. Aber das würde dann wieder abflachen, weiß seine Ehefrau Susanne. Gleiches gelte für die Politiker, die den Druck aus der Bevölkerung wahrnehmen. „Das sind unsere Wähler!“, doch wirklich gebracht hat es für die Kirchseeoner Anliegen noch nichts. Trotzdem will Alexander Höpler jetzt noch einmal richtig Gas geben: Ein Fackelzug wäre wünschenswert, noch heuer vom Kathreinmarkt bis nach Zorneding, so sein Plan. Zusätzlich müsse auf den sozialen Kanälen noch ordentlicher die Trommel gerührt werden. Dass man mit lokalen Politikern wie Bürgermeister Jan Paeplow Unterstützer hätte, das wisse man zu schätzen.

Dieser scheint rege in Kontakt mit den Nachbargemeinden zu stehen. Tatsache bleibt: Auf vier Gleisen würden immer mehr Güterzüge Richtung München kommen, die dann auf zwei Gleisen zusammengeführt würden und für entsprechenden Lärm in der Marktgemeinde und Umgebung sorgen. Doch die Deutsche Bahn hat Kirchseeon laut eigener Aussage „aussaniert“, wie es die Gemeinderätin Höpler formuliert. Dank der Mauer heißt es, das wäre mehr als in Zorneding... Wir wollen, dass die Menschen auf die Straße gehen, Druck ausüben, so das Fazit des Arbeitskreises. Von dessen aktuellem Ansporn wird Bernhard Wieser von der neuen Initiative in Ebersberg seinen Mitstreitern einiges berichten können.

Info am Rande: Beschluss des Plenums, Landtags-Drucksache 18/4871 vom 20.11.2019/ Auszug: „Der Landtag begrüßt alle Maßnahmen, um die Lärmbelastung für die Anwohner der Brenner-Zulaufstrecke zu verringern. Dabei müssen in den Ausbauabschnitten die gleichen Lärmschutzvorschriften wie für Neubaustrecken zur Anwendung kommen. Der Schutz entlang der Bestandsstraße muss bereits lange vor dem Bau der Neubaustrecke verbessert werden. (Quelle: AK Bahnlärm Kirchseeon/Website) osw

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