Fahrradstellplätze in Kirchseeon

Bomben oder Gulaschdosen?

Fahrradständer Bahnhof Kirchseeon
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Ein Lichtblick für Radler: Rund um den Kirchseeoner S-Bahnhof sollen 108 neue Stellplätze entstehen.

In Kirchseeon möchte man die Fahrradstellplätze am Bahnhof erweitern – und das seit vier Jahren. Eine eventuelle Kampfmittelbelastung macht das Projekt nicht unbedingt billiger

Kirchseeon –Was lange währt, wird endlich fertig: Diese Hoffnung versprühte die neue Mitarbeiterin des Kirchseeoner Bauamts bei der letzten Märzsitzung des Marktgemeinderats: Silke Mohs hatte als ihr erstes Großprojekt „die Umgestaltung des Bahnhofvorplatzes am Bahnhof Kirchseeon durch Erweiterung der Fahrradstellplätze“ zu realisieren.

Was so sperrig klingt, hat bereits fast vier Jahre seit der Beauftragung durch die Ratsmitglieder auf dem Buckel. 108 zusätzliche und überdachte Plätze sollen es werden. Die dann 2018 gewählte Variante wurde mit Kosten von knapp 190.000 Euro eingeschätzt. Am 29. März 2021 war das Projekt aber auf knapp 340.00 Euro geklettert. Dies war unter anderem Klaus Seidinger (UWG) sauer aufgestoßen.

Er habe kein Verständnis dafür, dass schon lange beschlossene und kalkulierte Projekte nun so viel mehr Geld kosten würden. Er meinte damit begleitende Maßnahmen wie Beleuchtung oder Blitzableiter, die erst jetzt auf dem Kassenzettel stehen. Hatte man wohl die falschen Architekturbüros, die doch solcherlei schon vorher hätten mit einkalkulieren können, fragte Seidinger in die Runde.

Frau Mohs begründete die gestiegenen Kosten mit den zunehmenden Preisen im Bau seit 2018 (A.d.R.: um zehn Prozent jedes Jahr). Daraus würden auch die Planungsleistungen teurer. Ebenso habe sich gezeigt, dass bei den Abwasseranlagen erhebliche Maßnahmen nötig seien.

Und letztlich machen vermeintliche Kampfmittel im Gelände das Ganze nicht billiger. Doch Entwarnung: Elf Verdachtsfälle soll es bei der Untersuchung gegeben haben. Diese könnten jedoch ebenso Löffel oder Gulaschsuppendosen sein, so Silke Mohs. Dass die Fertigstellung sich bis diesen September hingezogen hatte, schob Bürgermeister Jan Paeplow auch dem Grundstückseigentümer Deutsche Bahn in die Schuhe. Verhandlungen mit dieser Gesellschaft zögen sich eigentlich immer in die Länge. Dem stimmte Bauamtsleiter Robert König zu, denn weder das Landratsamt noch die Deutsche Bahn sahen sich über ein Jahr lang für das betreffende Gelände zuständig, das koste unnötige Zeit. Letztlich wurde trotz faden Beigeschmacks wegen der Mehrausgaben in finanziell angespannten Zeiten der Umsetzung am Bahnhofvorplatz mehrheitlich zugestimmt. osw

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