3 Jahre "BÜRGER vermögen VIEL"

Ein faires Miteinander

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Klaus Johann Kopp, Gründer und Kopf der Initiative „BÜRGER vermögen VIEL“.

Das Bürgerprojekt „BÜRGER vermögen VIEL“ existiert seit mehr als drei Jahren im Landkreis und kann mit einigen Erfolgen aufwarten.

Landkreis – Seit seiner Gründung vor gut drei Jahren hat sich beim Bürgerprojekt „BÜRGER vermögen VIEL“ im Landkreis so einiges getan. Beim Wettbewerb „Bayern 2 sucht das gute Beispiel“ ist man unter den 30 Besten von mehr als 500 eingereichten Projekten platziert worden. Den Bayern 2-Button darf man nun als Qualitätssiegel führen. „BÜRGER vermögen VIEL“ ist ein regionales System, bei dem zwei Prozent der Einkaufssumme an Vereine und Förderprojekte fließen, die man selbst ausgesucht. Das Ganze geht so: Mit einer Bürgerkarte – die man entweder kostenfrei auf der Website www.buerger-vermoegen-viel.de erhält, oder von Vereinen, die man unterstützen will - geht man bei teilnehmenden Geschäften einkaufen. Auf die Summe des Einkaufs legt der Geschäftsinhaber nochmals zwei Prozent drauf, die dann gespendet werden – und zwar genau dahin, wo man es als Kunde will. Die Geschäfte legen sogar noch mehr drauf, insgesamt 3,5 Prozent, denn ein weiteres Prozent fließt in das so genannte Bürgervermögen, ein Topf, der durch den Beschluss eines regionalen „Bürgerparlaments“ für regionale Projekte verwendet wird. 0,5 Prozent schließlich gehen an das Netzwerk selbst, für den Aufbau der Strukturen. 3,1 Millionen regional ausgegebene Euro sind in den letzten drei Jahren mit diesem System bereits umgesetzt worden, das heißt 10.859 Euro sind an Vereine und Förderprojekte im Landkreis geflossen. Das Bürgervermögen für das Bürgerparlament liegt inzwischen bei 3.312 Euro. Als Käufer hat man übrigens keinen Nachteil, denn die zusätzlichen Kosten werden von den teilnehmenden Geschäften getragen, die ohnehin spenden würden, nur durch die Bürgerkarte kann man nun als Käufer mitbestimmen, an wen das Geld geht. Inzwischen, so erzählt der Architekt Klaus Johann Kopp, Gründer und Kopf der Initiative, beteiligen sich immer mehr Vereine an dem regionalen Projekt. Hintergrund dieser Aktion ist die Idee, dass Bürger in ihrer Region etwas bewegen und mitgestalten können - und so das Gemeinwohl stärken. Mit üblichen Einkaufskarten hat die Bürgerkarte nichts zu tun. Hier gilt es nicht, sich seine Daten klauen zu lassen oder Newsletter zu abonnieren, sondern die regionalen Wirtschaftskreisläufe zu stärken. Denn, so Kopp, „wenn die kleinen Betriebe wegbrechen, weil nur noch bei Konzernen im Internet eingekauft wird, dann hat die Region langfristig ein Problem. Denn die Geschäfte sterben aus, wenn niemand mehr dort einkauft. Das schwächt die Region.“ Im Grunde ist das Projekt eine Win-Win-Situation für alle: die Händler behalten ihre Kunden, die Vereine bekommen Unterstützung und die Bürger dürfen mitbestimmen. Ein faires Miteinander eben. Teilnehmende Geschäfte gibt es inzwischen in Grafing und Ebersberg, einige auch in Zorneding und Markt Schwaben. REWE Sattler ist zum Beispiel mit von der Partie oder die Hofkäserei Stroblberg, Modenschmuck Kiau oder der Biomarkt Korn, um nur einige zu nennen. Die Geschäfte müssen übrigens nicht zwingend 3,5 Prozent der Einkaufssummen mit einer Bürgerkarte übernehmen. Sie haben die Möglichkeit, die Verpflichtung zu Spenden an ihre Zulieferer und Geschäftspartner weiterzuleiten. Konkret: kauft ein Geschäft bei einem beteiligten regionalen Erzeuger ein, oder beauftragt er in der Region ansässige Dienstleister, so übernehmen diese einen Teil der Spenden an die Vereine. Kopp spricht davon, dass im Durchschnitt etwa 1,5 % tatsächliche Mehrkosten für die Gewerbetreibenden entstehen. Dafür akquiriert er im Gegenzug über die Bürgerkarte neue Kunden und setzt auf eine langfristige Kundenbindung , die auf einem fairen Miteinander von Wirtschaft, Kunden und dem Gemeinwohl beruht. Mindestens 3.000 Bürgerkarten sind bereits im Umlauf und es werden immer mehr. „Das Prinzip ist sehr nachhaltig,“ sagt Kopp, der das Projekt ehrenamtlich als Vereinsvorsitzender leitet. Vision ist freilich, dass aus dem Geld, das ins Netzwerk fließt, auch einmal eine Arbeitsstelle geschaffen werden kann. Derzeit reicht es aber immerhin für die Sachkostendeckelung. Neben den Highlights in diesem Jahr sind neue Förderprojekte und Vereine hinzugekommen, auch weitere Geschäfte machen mit. Die bereits teilnehmenden Geschäfte und Förderprojekte finden sie im Internet unter www.buerger-vermoegen-viel.de. Kees

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