Wasserburger Rathaus

Wasserburger Rathaussaal: Vermächtnis der Renaissance

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Die Glücksgöttin im Wasserburger Rathaussaal

Regelmäßige Aufmerksamkeit verlangt der Wasserburger Rathaussaal mit seiner detailreichen Wandbemalung. Immer wieder sind Farben aufzufrischen.

Wasserburg – Um die Bilder im Wasserburger Rathaussaal wieder möglichst nah ans Original zu bringen, ist es erforderlich, sich mit dem Urheber, dem Münchner Maler Maximilian von Mann zu beschäftigen. War früher der Rathaussaal des im 15. Jahrhundert erbauten Gebäudes ursprünglich sehr schlicht, verlangte ein Brand im Jahr 1874 eine Renovierung. 

Vorbild für eine neue Ausgestaltung war die Renaissance. 1905 war diese Ausgestaltung mit Motiven, die einen Bezug zu Wasserburg haben, fertig. Auf der Stirnwand ist seitdem ein idealisiertes Fest- und Liebesmahl aus dem früheren Tanzhaus zu sehen. Denn das war neben dem Brothaus, der Waage und der Kornschranne ebenfalls im Rathausbau untergebracht. 

Zu sehen sind weiterhin eine Stadtansicht, der Salzzug, Wappen und die Glücksgöttin Fortuna, sowie darstellende Verweise auf die vier Temperamente. Der Bereich um den Balkon kommt als im nächsten Jahr an die Reihe. Dort halten Farben nicht und lösen sich bereits beim Versuch des vorsichtigen Säuberns mit einem weichen Pinsel. Zu den Hilfsmitteln zählen unter anderem Aquarellfarben und Zellulose zum Festigen. Wichtig ist dabei eine Dokumentation zum Vergleich für Vorher und Nachher. Wie neu soll das Ergebnis jedoch nicht ausschauen, man dürfe die Einwirkungen der Zeit durchaus erkennen. 

Dieser Saal ist kein Museum, sondern ist in Benutzung. Die meisten gehen pfleglich damit um, doch manche kennen kein Halten und so verlegen Mitarbeiter des Fernsehens schonmal ihre Kabel mit Klebeband auf der Wand, mitten übers Bild. Andere verdunkeln die Fenster ohne Rücksicht aufs Material, oder lehnen ihre Gegenstände ans Motiv, stoßen beim Transport dagegen oder rücken gleich mit Hammer und Nagel an. Spuren hinterlassen auch Aktionen, wie das Verlegen eines Rollrasens auf dem Boden, doch das ist zum Glück die Ausnahme. Regelmäßige Führungen geben Gelegenheit, mehr darüber zu erfahren, aber auch der Besuch der Rathauskonzerte. So kommt am 16. November das Stuttgarter Kammerorchester in den Großen Rathaussaal. kg

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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