„Des wird scho wieder schee.“

Wiederaufforstung nach dem Borkenkäfer

+
Beratung von Astrid Fischer zur Neuaufforstung nach Borkenkäferbefall.

Da blutet so manchem Waldbesitzer dieser Tage das Herz, wenn er durch seinen vom Borkenkäfer freigeräumten Wald spaziert. So geht es auch Peter Reichelt aus Abersdorf. Doch Försterin Astrid Fischer unterstützt ihn mit wertvollen Tipps zur Wiederaufforstung

Steinhöring – Schon beim Aufstieg in den Berghang im Ebrachtal, wo Reichelts Wald liegt, merkt man, da ist eine Fachfrau mit der Begutachtung des Kahlschlags betraut. Vor einiger Zeit bemerkte der 72-Jährige das sogenannte „Kaffemehl“, quasi den Bohraushub des Borkenkäfers, am Boden einer Fichte. Beim Schwammerl suchen sah er neben dem Holzmehl auch Nadeln und als er nach oben schaute, da war klar, wer der Verursacher war: der Borkenkäfer. Dann ging alles Schlag auf Schlag. Ein ortsansässiger Forstbetrieb entfernte die meisten der Bäume auf dem Grundstück. Es waren mehr, als dem Rentner lieb waren. 

Jetzt muss man, laut Försterin Astrid Frischer, erst einmal schauen, was da eventuell noch an Käferbefall nachkommt. „Gut aufgeräumt haben Sie“, bemerkte sie, „hier ist nicht gespart worden, das ist gut, denn so ist die Chance sehr klein für einen erneuten Befall“. Auf die Frage, wie es weiter gehen soll, antwortet Reichelt: „Dafür sind Sie nun hier, um mich zu beraten. Aufforsten will ich auf jeden Fall.“ Fischer hat sich hierfür schon in ihrem Büro in Ebersberg die Lage des Flurstücks angeschaut. Nun hat dieses eine besondere Lage am Hang und quasi zwei Standortbedingungen. Auf der Kuppe oben ist der Boden trockener, das Wasser fließt dort sehr schnell ab und weiter unten am Hang ist mehr mit feuchten Bodenverhältnissen zu rechnen. Auf ihrem Computer zeigt die 32-Jährige ein Modell, welches Bäume auflistet, die heute, sprich jetzt, vom Klima her noch gut wachsen und solche Sorten, die in hundert Jahren gute Bedingungen vorfinden werden. 

Aktuell wären Fichte, Tanne, Douglasie und die Buche die Favoriten, aber in hundert Jahren wird die Fichte nicht mehr die optimalen Wachstumsbedingungen vorfinden. Daher wird zu einer durchmischten Bepflanzung zum Beispiel mit Tanne, Douglasie, Traubenkirsche, Elsbeere und Buche geraten. Letztere sieht man jetzt schon im Wildwuchs, wie auch einige Tannen, die durchaus zwanzig Jahre im Schatten der großen Bäume verbringen können, ohne großartig zu wachsen und sobald Licht und Platz zur Verfügung ist, starten sie durch. 

Die alte Regel, im Herbst Laubbäume und im Frühjahr Nadelbäume zu pflanzen, gilt „vom Klima her“ auch nicht mehr, so die Erläuterung der Fachfrau. So hat man sich darauf geeinigt im frühzeitigen Frühjahr, sobald der Schnee weg ist, zu pflanzen. So hat Peter Reichelt noch ein wenig Zeit, über verschiedene Pflanzvarianten, die ihm die Försterin schriftlich vorstellen wird, nachzudenken. Es ist ja auch alles eine Kostenfrage. Obwohl es Förderungen gibt, gerade auch bei Borkenkäferbefall, kommt doch eine Menge finanzieller Eigenleistung zusammen. Am wichtigsten war jetzt auch erst einmal, das befallene Holz los zu werden. Dies gelang Gott sei Dank relativ schnell. Das war auch der Försterin wichtig, denn befallenes Holz muss sofort aus dem Wald. Wenn die ersten Herbst- und Winterstürme über das Land fegen, wird man sehen, wie sich die geöffnete Waldfläche verhält, ob es vielleicht noch einmal Windbruch gibt. Dieser ist wesentlich leichter aus der Fläche zu entfernen, wenn noch nicht nachgepflanzt wurde. 

Rundum war es durchaus ein positives Treffen, obwohl der Grund kein schöner ist. Die eigenen Bäume umschneiden, die Vater und Großvater gepflanzt haben, macht nicht wirklich Freude. Gutes Fachwissen und der Wille des Waldbesitzers zur Aufforstung machen das Ganze „scho wieder schee“ – ganz sicher. Tretner

Auch interessant:

Meistgelesen

Bauchwand- und Leistenbrüche nicht unterschätzen!
Bauchwand- und Leistenbrüche nicht unterschätzen!
Frauenneuharting: Eduard Koch tritt nochmal an
Frauenneuharting: Eduard Koch tritt nochmal an
Hell – die Kabarett-Trilogie von Michael Altinger.Hallo verlost Karten
Hell – die Kabarett-Trilogie von Michael Altinger.Hallo verlost Karten

Kommentare