G‘schichten aus dem Leben

Franz Heider und das Grüne Grafing

Leonhardi-Truhenwagen zieht durch Grafing
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Sein „Grün“ erstreckt sich von Blumenrabatten und Gemüsebeeten über schattenspendende Bäume bis hin zur Entrüstung über „steinreiche“ Vorgärten. Ein Paradeprojekt ist der ­Leonhardi-Truhenwagen

Nach 50 Jahren gibt Vorsitzender des Gartenbauvereins Franz Heider die aktive Vereinsarbeit in jüngere Hände 

Grafing – Applaus erhält der Gartenbauverein alljährlich, wenn der mit Obst und Gemüse liebevoll dekorierte Truhenwagen zur Leonhardi Fahrt auf den Marktplatz einfährt. Bereits ab dem zeitigen Frühjahr sorgt der Gartenbauverein für eine bunte Blumenpracht auf der Verkehrsinsel an der Bahnhofstraße. Seit einem halben Dutzend Jahre steckt man die Erlöse vom Apfelkuchenfest in soziale Projekte für Grafinger Bürger.

War Geld in der Vereinskasse wurden Ruhebänke in Grafing aufgestellt, ein Apfelbaum und später eine Winterlinde im Kindergarten Maria Stern gepflanzt. Mit den AWO-Kindern baute Heider Nistkästen.

Als der Landkreis Gartenbauausstellungen organisierte, war Grafing mit dem Vorsitzenden des Gartenbauvereins Franz Heider dabei oder lieferte Ausstellungsobjekte zu Landesgartenschauen. Gar 29 schattenspendende Großbäume erhielt das Seniorenzentrum im Jahr 2007 vom Verein. Hinter all diesen Aktionen stand Heider mit seinen Grafinger Gartlern.

Das dies nicht mal eben neben den Vereinstätigkeiten zu machen war, zeigt das jüngste Beispiel, die neue Baumbepflanzung neben der Leonhardi Kirche „Hier waren früher Bäume gepflanzt“, erinnerte sich Heider und das vor bereits fünf Jahren. Damit die drei prachtvolle Wildapfelbäume jetzt an der Ostseite der Kirche stehen können, musste Heider zuerst klären, ob der Gartenbauverein die Bäume, für die er tief in die Tasche greifen musste, überhaupt auf diese Fläche pflanzen darf. Wer war der Grundeigentümer? Die lange Geschichte hatte ein verblüffendes Ergebnis: Der Grund gehört der Stadt Grafing und der sakrale Bau der Kirchengemeinde.

2003 erhielt Heider das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten zum einen für seine Fachvorträge, zum anderen deshalb, weil die Stadt Grafing ihre Bepflanzung zum Großteil ihm zu verdanken habe, hieß es in der Laudatio.

Den Grafinger Gartlern gehört Franz Heider nun mehr 50 Jahre an, rückte schnell in den engeren Vorstand auf, wurde vor genau 40 Jahren zweiter Vorsitzender und steht seit 31 Jahren an der Spitze der Grafinger Gartler.

An Auszeichnungen hat Heider nahezu alles, was der Gartenbau zu bieten hat, vor allem aber ist Franz Heider der Respekt seiner Mitstreiter sicher. „A Hund is er scho, da Heider“, soll Altbürgermeister Rudi Heiler einmal gesagt haben. Denn dort, wo Heider Verbesserungspotential in der Stadt sah, versuchte er es umzusetzen. Und sei es, indem er einem Hausmeister anbot, auf Kosten des Gartenbauvereins entsprechende Lehrgänge im Gartenbau zu besuchen. Heiders große Qualität ist es, zuhören zu können. Dabei prüft er auch grundsätzlich andere Meinungen auf ihre Fachkenntnis und Umsetzbarkeit.

Als Tüftler und gelernter Werkzeugbauer sieht er meist mehrere Lösungswege, die zum Ziel führen können. Seine Kritik bringt er fair und ehrlich an, die aber kann er beispielsweise bei „steinreichen Vorgärten“ nicht zurückhalten. Von seiner Erfahrung zur Verbesserung der Bodenqualität zu bezahlbaren Preisen werden noch Generationen profitieren; ebenso von den zahlreich begrünten Grafinger Häuser im Stadtbild - ar

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