Ausstellung im Rathaus Zorneding

Nur die Mitte trägt

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Franz Leonhard Schott bei der Vernissage

Bemalte Steine in einer Ausstellung – langweilig? So kann man sich täuschen. „MeerStein“ hat nämlich bei der Vernissage im Zornedinger Rathaus genau das Gegenteil bewiesen.

Zorneding – Franz Leonhard Schott lebt in Zorneding und ist ein leidenschaftlicher Künstler: Maler und Restaurator. „Die Ausstellung beinhaltet überwiegend Bilder auf Stein, die er bemalt und in philosophischer Betrachtung zu ergründen sucht“, so in der Einladung aus dem Rathaus. Vor Ort gibt es seit 2. März dutzende mit Spezialfarben bemalte Steine sowie zwölf Bilder inklusive einem modernen Porträt seiner früheren Liebe Theresa auf zwei Stockwerken zu bewundern, Eintritt frei, versteht sich. 

Schott ist bekannt – nein, berühmt – als Restaurator und laut Rathausinfo ein hochbegabter Spezialist für den Erhalt von Kunstwerken mit unglaublichen Seltenheitswert. Und seine Steine haben zumindest im deutschsprachigen Raum Seltenheitswert. 2011 hatte der Zornedinger seine erste Ausstellung im Rathaus, damals noch ohne Steine. Diese bemalt er seit 2016. „Es sind Steine aus der Isar. Gerne hole ich geeignete Objekte am Flaucher, dort bin ich als Kind schon geschwommen“, so Schott bei der Vernissage. Der Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande 2009 (für seine Restaurierungsarbeiten im Bayerischen Nationalmuseum) benannte seine Malzeiten zwischen ein paar Stunden bis zu drei Tage. Und ein jeder Stein hat seine eigene Geschichte zu erzählen: Aphorismen oder eine Stadt mit irrwitzig kleinen Häusern gibt es zu sehen, besser: zu entdecken. Denn es braucht Zeit und Konzentration, um die gemalten Botschaften zu entdecken. Aber man kann die Botschaft spüren. So schilderte es laut Schott ein Blinder, der einen bemalten Stein befühlte und wusste, welche Geschichte darauf hinterlegt war. 

Bis zu drei Stunden dauert es, bis Schott es geschafft hat, zwei Steine aufeinander zustellen, zu fixieren. Spitzes Ende auf einen gerundeten Gegenpol. Geht nicht? Doch. Schott erfühlt das Form-Zentrum solange, bis das vermeintlich nicht standhafte Gestein auf dem anderen liegen/stehen bleibt. Bürgermeister Piet Mayr zog bei der Begrüßung seinen Hut vor der großen Geduld des Künstlers bei seiner Arbeit; er bekannte, diese nicht zu haben. Wer zu den üblichen Öffnungszeiten des Rathauses bis inklusive 6. April diese wirklich sehenswerte Ausstellung besuchen möchte, hat auch die Möglichkeit, bemalte Steine sowie die Bilder käuflich zu erwerben. osw

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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