Pro und Contra

Fridays-For-Future Wie wichtig ist die Bewegung für den Klimaschutz?

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Schüler demonstrieren für den Klimaschutz. Hier marschierten sie durch die Grafinger Innenstadt.

Fridays-For-Future - Über diese Bewegung spalten sich die Meinungen. Ein Pro und Contra unseres Redakteurs Christian Schäfer und unserer Freien Mitarbeiterin Anna Redinger

Pro

Von Christian Schäfer

Es tut sich was im Landkreis in Sachen Klimaschutz. Kirchseeon berät, ob man den Klimaschutz nicht mit anderen Gemeinden in einer Art interkommunalen Zusammenarbeit forcieren kann, Ebersberg sieht sich als Klima-Schutzregion, in Grafing debattiert der Stadtrat über die Forderungen der Fridays-For-Future.Bewegung. Und gerade dieser ist es zu verdanken, dass das Thema Klimaschutz jetzt die Bedeutung bekommt, die es verdient. Seitdem eine junge Schwedin die Schule bestreikt hat und dies weltweit - auch im Landkreis - Nachahmer gefunden hat, wird in den Parlamenten, den kommunalen Vertretungen und in der Öffentlichkeit heiß diskutiert. Und die Bewegung bekommt starken Gegenwind. Sie würden doch nur die Schule schwänzen wollen, sie haben noch nichts geleistet und wollen jetzt den Erwachsenen diktieren, was sie zu tun haben, sie stellen Forderungen ohne aufzuzeigen, wie diese finanziert werden könnten. Die Jugend zeigt der älteren Generation die Brust, und das ist richtig so. Sie machen das, was die Aufgabe einer zivilgesellschaftlichen Bewegung ist. Sie bündeln ihr Interesse - ihre Zukunft - und tragen dies in das politische System. Nichts anderes machen auch Verbände wie zum Beispiel der ADAC oder der Bund der Selbstständigen. Und die Jugendlichen und jungen Erwachsenen haben etwas verstanden, was viele der älteren Generation nicht kapieren. Es reicht nicht mehr, nur sein persönliches Verhalten zu ändern -wie es viele Erwachsenen von der Jugend fordern. Der Klimawandel ist eine systemische Angelegenheit. Nur wenn grundlegende Weichen in der Politik anders gestellt werden, kann er aufgehalten oder zumindest gemindert werden. Und dass die Politik sich diesem Thema jetzt in dieser Intensität annimmt, hat man auch der Fridays-For-Future-Bewegung zu verdanken. Bravo!

Contra

Von Anna Redinger

Vorab – Umwelt- wie Klimaschutz haben sehr hohe Priorität. Daran muss gearbeitet, wenn nötig sehr hart gearbeitet werden. Mit Absenz im Unterricht, um zu demonstrieren oder mit der Aufstellung eines Forderungskataloges, bei dem von Institutionen Arbeitsleistung, Geld und Verantwortung eingefordert wird, kann die Fridays-For-Future-Bewegung nicht wirklich als bedeutender Anschubfaktor für den Klimaschutz im Landkreis betrachtet werden. Dass die Politik in Wahlkampfzeiten Strömungen aufgreift, sollte deren Stellenwert nicht überbewerten. Eine „Zu Fuß zur Schule“-Kampagne bedarf nicht der Verantwortung der Stadt. „Rückenwind von der Kommunalpolitik für mobile Tiny-Häuser zu Wohnzwecken“ zu fordern, ist wohl nicht zu Ende gedacht, da kleine Wohneinheiten die Umwelt mehr als größere belasten. Ein Stadt-eigenes Öko-Kompetenzzentrum plus Gartenfläche kostet Geld. Warum nutzt man nicht erfahrene Kompetenz-Zentren im Landkreis? Seit Jahren findet man viele sehr gute Beispiele auf verschiedenen Landkreisebenen, hier einige: „Die Freunde des Klostersees“, die teils mit eigenen Finanzmitteln dafür sorgten, dass die Ebersberger Weiherkette wieder zum intakten, für die Bevölkerung frei zugänglichen Gewässer wurde. Das beispielgebende Engagement der Vaterstettener Autoteiler für den Klimaschutz besteht seit über 20 Jahren – als Greta Thunberg noch gar nicht geboren war. Als Kämpfer für den Klima-/Umweltschutz zeigt sich Hans Gröbmayr, der sein zunächst privates Engagement auf Landratsamtsebene gehoben hat und in der Energieagentur mit der Einbeziehung der Unternehmen unter Beweis stellte. Dieser Institution hat sich einer der Einwohner stärksten bayerischen Landkreise, München-Land, angeschlossen. Bürgermeister aller Couleur entlang den S-Bahnlinien forderten und erzielten erhebliche Verbesserungen im ÖPNV. Positiv ist, alle Akteure kämpfen weiter. Danke schön!

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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