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Fußball: Ja! – Ausbeutung: Nein!

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Von: Christian Schäfer

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WM Katar Fahne
Viel Kritik für das Sportereignis des Jahres: Die WM 2022 findet in Katar statt. © annlarich

Die WM in Katar wird kontrovers diskutiert. Dr. Bausch-Gall von Amnesty International Deutschland berichtet über die dortige Menschenrechtslage - am 1. Dezember im JIG Grafing.

Grafing – Seit die Entscheidung der FIFA, die kommende Fußballweltmeisterschaft in Katar auszurichten, hagelt es Kritik daran. Nicht nur erscheint es in Zeiten des Klimawandels irrsinnig, für wenige Wochen Meisterschaft vollständige Stadtteile und Stadien aus dem Boden zu stampfen. Massiv kritisiert wird auch der Umgang Katars mit Arbeitsmigrant*innen.

Im Raum steht dabei zentral der Vorwurf, Katar würde diese de facto wie Sklaven behandeln: Mit der erfolgreichen Anwerbung verlören die Migrant*innen ihren Pass, damit ihre Reisefreiheit, sie würden miserabel bezahlt und während der Arbeit schlecht versorgt, bis hin zu Todesfällen. So berichtete die britische Tageszeitung „The Guardian“ kürzlich über ca. 6.500 Arbeitsmigrant*innen, die seit der WM-Vergabe an Katar dort umgekommen seien.1

Eine Organisation, die bereits seit vielen Jahrzehnten weltweit menschenrechtswidrige Praktiken durch Staaten, Organisationen, Milizen, in Bürgerkriegen und als Konsequenz von weltpolitischen Entscheidungen dokumentiert, ist Amnesty International.

Um auch in Grafing aufzuzeigen, welche konkreten menschlichen Konsequenzen die Vergabe der WM durch die FIFA an Katar nach wie vor hat laden wir, die Jugendinitiative Grafing e.V., gemeinsam mit Amnesty International zu Vortrag samt Diskussion von und mit Frau Dr. Ingrid Bausch-Gall ein. Unter dem Titel „Fußball: Ja! – Ausbeutung: Nein!“ sollen insbesondere die arbeitsmäßigen und arbeitsrechtlichen Bedingungen beleuchtet werden, unter denen Arbeitsmigrant*innen in Katar zu arbeiten haben. Dabei wird insbesondere ein Fokus auf die Ausbeutung von Bauarbeitern und Haushilfen (meist Frauen) gelegt. Die Referentin wird auf das politische System Katars eingehen, die Forderungen Amnestys benennen sowie auf die Haltung von DFB und FIFA zu den Menschenrechtsverletzungen eingehen. In der anschließenden Diskussion wird es die Möglichkeit für Nachfragen und Meinungsaustausch geben.

Frau Dr. Bausch-Gall ist seit 1968 bei Amnesty International aktiv und war von 2011 bis 2017 im Bundesvorstand Deutschland tätig. Trotz der ernsten Thematik freut es uns besonders, eine so erfahrene und fachkundige Referentin gewinnen zu können.red

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