Aufklärung im Rathaus

Gelegenheit macht – immer mehr Diebe

Lange Dämmerungszeit, verlockend besonders für Einbrecher.

Landkreis – Kriminalkommissar (KHK) Johan Radlmaier von der kriminalpolizeilichen Beratungsstelle Erding und der Einladende, Polizei- hauptkommissar Peter Wagner (PI Ebersberg) freuten sich über einen gerammelt vollen Sitzungssaal im Kirchseeoner Rathaus und eine rege Frageintensität der Anwesenden - trotzdem ja wirklich ganz hervorragend und umfassend erklärt wurde. Dass die Zahl der Einbrüche seit 2009 wieder deutlich gestiegen sei, in ganz Deutschland, aber eben auch bayernweit: alle drei bis vier Minuten würde in der Bundesrepublik Einbruch versucht, so sein trocken-schockierendes Statement. Und so waren es in 2013 150.000 an der Zahl. Mit Ausschlag gebend dafür unter anderem die Fahrlässigkeit vieler Mieter und Eigenheimbesitzer. \"Bin ja dagegen versichert\", „wenn einer rein will, dann kommt der auch rein“, oder „obei mir gibt´s eh nix zu holen“, so schätzen viele falsch ein. Denn die meisten Taten werden von Gelegenheitseinbrechern (GE) begangen, die machen sich über die vermeintliche Beute nicht wirklich Gedanken. Sie nutzen schlichtweg die sich bietende Gelegenheit: offene/gekippte Fenster, keine Beleuchtung in und um Haus oder Wohnung, viel Lärm im Umfeld etc. 80 bis 90 Prozent der Einbruche entstehen aus solchen „Gelegenheiten“, wie der in gepflegtem Oberbayrisch Vortragende deutlich machte: Der GE versucht das Gelingen, also den Zutritt zum Wohnobjekt, nur drei bis fünf Minuten lang. Wenn´s dann nicht klappt, haut er ab. Und diesen Umstand kann ein jeder Bewohner gezielt herbeiführen: Erste Regel dabei laut Radlmaier:Absperren nicht vergessen, beim Verlassen des Objekts sowieso, aber auch über Nacht. Dabei immer mindestens zweimal den Schlüssel drehen, erst dann sei der Riegel wirklich drin und schwer aus dem Schloss zu bewegen respektive der Türrahmen gibt dann nocht so leicht nach. Denn die Schurken benötigen und nutzen wirklich ganz einfache Werkzeuge, um erfolgreich zu sein: Der Schraubenzieher gehört zu den beliebtesten Hebeln; er ist gut zu verstecken, ist leicht und effektiv. Immer darauf achten, dass Türen (auch Balkon/Terrasse) und Fenster bei Nichtanwesenheit vollkommen geschlossen sind. Auch das Kippen wg. „Lüftung“ etwa im WC-Bereich ist hier ein klares No-Go. Ist ja logisch, macht doch jeder, so werden viele sagen. Leider falsch, denn bei 21,7 Prozent der Delikte an Häusern war laut Statistik die Haustür nicht zugesperrt, bei Wohnungseinbrüchen immerhin 13,5. Gekippte/offene Fenster laden bei Häusern in knapp acht Prozent zu Taten ein, im Wohnungsbereich sogar beinahe 20 Prozent. Unglaublich, aber wahr: In beiden genannten Bereichen freuten sich die Einbrecher über Blumenkästen, kleine Felsbrocken oder andere „Liegenschaften“ rund um den Eingang, denn dort waren sie letztlich offensichtlich, die Ersatzschlüssel. Vor diesem Verhalten der Bewohner warnte Radlmaier eindringlich. (Fortsetzung folgt).osw

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