Gemeinde Vaterstetten verliert viel Geld

Das Geld scheint futsch 

Hand hebt Euromünze
+
5,5 Millionen Euro hat Vaterstetten bei der Greensill-Bank angelegt - das Geld wird die Kommune vermutlich nicht mehr wieder sehen.

Vaterstetten rechnet nach der Pleite der Bremer Privatbank nicht damit, seine 5,5 Millionen Euro zurückzubekommen

Vaterstetten – „Seriöse Aussagen gibt es derzeit nicht.“ Bürgermeister Leonhard Spitzauer (CSU) wiederholt diesen Satz auf der jüngsten Gemeinderatssitzung mehrfach. Zu unklar ist die Lage rund um die Bremer Greensill-Bank, die von der Bankenaufsicht dicht gemacht wurde. Wie berichtet hat die Kommune dort rund 5,5 Millionen Euro in verschiedenen kurzfristigen Festgeldkonten angelegt, die nach Einleitung des Insolvenzverfahrens nun wohl futsch sind. Spitzauer hat gelesen, dass es für die betroffenen Kommunen und Institutionen vielleicht noch 10 bis 20 Prozent aus der Insolvenzmasse geben könne. Zudem prüfe die Gemeinde Schadensersatzforderungen. Aktuell ist aber alles ungewiss. Die Strategie zur Anlage von Geldern sei nicht vom Gemeinderat beschlossen worden, sondern über eine Dienstanweisung von den Verantwortlichen der Finanzverwaltung gedeckt, erläuterte der Bürgermeister auf Anfrage der SPD.

Nun werde im Rathaus eine offizielle Anlagerichtlinie erarbeitet. Nach der Pleite in Bremen hat die Gemeinde sofort die Einlagen von rund zwei Millionen bei der privaten VW-Bank gekündigt. „Warum wurde das Geld nicht bei öffentlich-rechtlichen oder genossenschaftlichen Kreditinstituten angelegt“, wollte Sepp Mittermeier (SPD) wissen. Rund 17 Millionen liegen bei der öffentlich-rechtlichen Kreissparkasse München. Hier gebe es ebenfalls keine Einlagensicherung, berichtete Kämmerer Markus Porombka. Allerdings eine Institutionssicherung.

Das heißt, es würden dann andere Sparkassen einspringen. Die Kämmerei räumte zudem mit dem Vorwurf auf, es sei ihr bei der Privatbank rein um Zinsspekulationen gegangen. Die vorgelegte Tabelle belegte, dass es hauptsächlich um die Vermeidung von Negativzinsen gegangen ist. Vaterstetten hatte seine Gelder nach Empfehlungen des Bayerischen Kommunalen Prüfungsverbands bei der Bank geparkt „Hat sich die Gemeinde denn selbst ein Bild der Bank gemacht habe oder sich ausschließlich auf die Qualität der Empfehlung des Vermittlers verlassen“, fragte Mittermeier. „Es wurden regelmäßig die Jahresbilanzen der Bank angeschaut“, so die Auskunft des Bürgermeisters.. Man habe nicht damit rechnen können, dass dabei betrogen wurde. Maßgeblich seien zudem die Testate des Wirtschaftsprüfers gewesen. die

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Kommentare