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Georg-Huber-Mittelschule Grafing blickt zurück auf 50 Jahre

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Schüler mit geschminkten Verletzungen
Wissen was bei Verletzungen zu tun ist, lernen die Schüler bei den Maltesern. Welche Verletzung sich wie darstellt, kann auch beim Schminken einer selbigen erfahren. © hr

Knapp 200 Schülerinnen und Schüler besuchen derzeit die Mittelschule. Der „Ganztagsschultag 2022“ ist angesagt. „Zwei Drittel sind Jungs, ein Drittel sind Mädchen“, sagt Rektorin Susanne Böhm. Es macht Susanne Böhm besonders stolz, wenn „Eltern sagen, dass der häuslichen Frieden wieder eingekehrt ist, seit die Kinder die Georg-Huber-Mittelschule besuchen“. 

Grafing - Das mag zum einen wohl daran liegen, dass die Hausaufgaben in der Schule gemacht werden, zum anderen aber auch daran, dass die Schülerschaft vom Lehrerkollegium ernstgenommen und gefördert wird; man gemeinsam die Schulfamilie bildet, zu der am „Ganztagsschultag“ auch die Eltern vor Ort gehören. Schöne Worte? Nein, denn wer in der Schule sein darf, stellt fest, dass Lehrerkollegium und Schülerschaft wirklich respektvoll miteinander umgehen.

Dazu gehört, dass Schüler auch einfach mal „Frau Böhm“ auf dem Flur ansprechen und gleich ein offenes Ohr bei ihr finden, sie Zeit für die Schüler hat. Von außen ist die Georg-Huber-Mittelschule, wo die Schule um 8 Uhr beginnt und in der Regel um 15.30 Uhr endet, ein intaktes Schulgebäude und, dass die Stadtverwaltung sich „auch um Sanierungsmaßnahmen innerhalb des Gebäudes kümmert“, hebt Susanne Böhm besonders hervor. „Wir sind der Stadt dafür dankbar“. Die Luftfilteranlagen sind in allen Räumen „und leise“ ergänzt Böhm, der Sanitärbereich ist saniert und derzeit werden in verschiedenen Klassräumen noch Schall schluckende Decken installiert. Denn schließlich verbringen die Kinder hier weit mehr als einen halben Tag. Die Gänge im Schulhaus sind aufgeräumt und haben Ambiente, was zum einen dem Wandschranksystem für die Schüler geschuldet ist und zum anderen dem Lehrerkollegium, das die Kreativität der Schüler lenkt und ins rechte Licht zu setzen weiß. Die Klassenräume sind quasi Produktionsstätten. Hier sammeln die Schüler ihr Wissen, sei es in Deutsch, Mathe, Englisch oder Geschichte und lernen es gezielt einzusetzen. Gemeinsam hat die Schulfamilie den Rückblick auf 50 Jahre der Georg-Huber-Mittelschule - kurz GHMS - im Film und Podcast zu dieser Zeit gestaltet. Die Schüler agierten vor und hinter den Kameras. Dabei zeigte sich auch, dass für die Schüler Computer Hilfsmittel sind, um digitale Produkte zu erstellen, Wissenswertes zu recherchieren, um dies digital aufbereitet, anderen präsentieren zu können. Georg-Huber-Mittelschule hat das Schulprofil Inklusion, eine vom Kultusministerium anerkannte Institution.

Geboren wurde die Idee von „einer Handvoll Lehrer, die um die Ecke dachten“, wie auf der Homepage mitgeteilt wird. Seit 1989 gilt an der Schule die Überzeugung, dass die unterstützende Förderpädagogik der aussondernden Pädagogik vorzuziehen ist, weshalb man Förderklassen einrichtete. Durch diese Kooperation der GHMS mit der benachbarten Comenius-Schule besteht die Möglichkeit für Schüler mit erhöhtem Förderbedarf in beiden Schulen am Unterricht der Hauptschule aktiv teilzunehmen. Jeder Schule stehen sogenannte Lehrerstunden zur Förderung der Schüler zu. Die Hauptschule ihrerseits nutzte diese Chance, um ausreichend individualisierten und differenzierten Unterricht in Deutsch, Englisch und Mathematik für die 5. und 6. Jahrgangsstufe jeweils von zwei Lehrer betreut, anbieten zu können. Die Lehrer der Georg-Huber-Mittelschule profitieren von der Zusatzausbildung der Studienräte der Comenius-Schule. Im November 2013 wurde Susanne Böhm die Urkunde des Zusatzes zur Schule mit Schulprofil Inklusion überreicht. Die Einrichtung solcher Klassen erfolgte in Grafing und nicht an den Heimatschulen der Schüler.

Melanie Becker-Schäfer ist derzeit Inklusionsbeauftragte in der Georg-Huber-Mittelschule. Aus ihrer Sicht kommt insbesondere das „Klassenlehrerprinzip“ den Schülern zugute. Lernt der Lehrer die Schüler besser kennen, so kann er zielorientierter auf deren Schwierigkeiten eingehen und sie unterstützen. Für individuelle Lernerfolge erhalten die Schüler Anerkennung und werden ermutigt sich den Schwierigkeiten zu stellen. Auch aktuelle Themen können aufgegriffen und interdisziplinär bearbeitet werden. Abschalten heißt es fürdie Ganztagesschüler, wennes zum Essen in die Mensaoder gleich zum Team der Mittagsbetreuung ins Schülercafé geht. Auch hier finden dieSchüler ein offenes Ohr für ihreSorgen, bevor der Nachmittagsunterricht beginnt. Lernen wie man sich selbstein Thema erarbeitet und darin sattelfest wird erfolgt wöchentliche, durch intensivesÜben, Vertiefen und Wiederholen, wobei hier eine Lehrkraftund pädagogisches Personaldie Schüler betreut. Ebensokommt das Sozialtraining nichtzu kurz. Eigens aus München kommen Sanitätsfachkräfte derMalteser und unterrichten dieSchüler, wie verletzten Menschen geholfen werden kann. Einen wichtigen Platz in derGanztageschule nehmen dieLife-Skills ein. Insbesonderein der achten Jahrgangstufe.Dann steht auch mal Hemden-Bügeln für die Herren aufdem Stundenplan. Um 15.30Uhr geht‘s nach Hause, wokeine Hausaufgaben mehr zumachen sind. a

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