Neue Wärmequelle

Heißes Thema in Vaterstetten

Geothermie-Anlage in München-Riem
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Die Geothermie-Anlage Riem versorgt die Messestadt und die Messe mit Fernwärme

Die Gemeinde Vaterstetten würde gerne heißes Wasser als Wärmequelle für die Haushalte anbieten. Eine Studie soll nun klären, ob dies überhaupt machbar und wirtschaftlich wäre.

Vaterstetten – „Wir beschließen hier nicht die Geothermie“, holte CSU-Gemeinderat Stefan Huber mitten in der angeregten Diskussion seine Kollegen kurz mal wieder auf den Teppich. Tatsächlich ging es eigentlich nur um den Auftrag ans eigene Kommunalunternehmen, ein Konzept zur Umsetzung eines Geothermieprojekts in der Gemeinde zu erstellen beziehungsweise erstellen zu lassen. Darin sollen unter anderem Fragen zu Wirtschaftlichkeit, Zeitschiene und möglichen Partner geklärt werden.

Vaterstetten beschäftigt sich schon seit Jahren mit der Idee, durch heißes Wasser aus tieferen Erdschichten eine nachhaltige Energiequelle für die Bürger zu erschließen. Es könnte ein wichtiger Schritt zu einer deutlichen Reduzierung fossiler Energieträger im Wärmenetz werden.

Da die Gemeinde über ein eigenes Fernwärmenetz verfügt, das Jahr für Jahr weiter wächst, hätte das Kommunalunternehmen günstige Voraussetzungen für solch ein Geothermieprojekt. „Wir haben ein Netz von acht Kilometern aufgebaut, in keiner anderen Gemeinde an der B304 gibt es bis heute auch nur einen laufenden Meter Fernwärmeleitung“, erklärte Georg Kast, Wirtschaftsförderer der Gemeinde und kaufmännischer Vorstand des Kommunalunternehmens. Daher sei er „sehr gespannt“ wie eine Kooperation mit Grasbrunn oder Zorneding, wie sie Landrat Robert Niedergesäß aktuell angeregt hat, funktionieren soll. „Wir sind sehr überrascht über diese Initiative, aber wir freuen uns über den Anstoß.“ In Vaterstetten denkt man jedoch eher über Kooperationen mit Aschheim/Kirchheim nach.

Im Konzept sollen nun alle notwendigen Schritte für eine Geothermie in Vaterstetten beleuchtet und mit Zeit- und Kostenplänen versehen werden. Auch die Frage, ob es durch Partnerschaften mit Nachbarkommunen oder Energieversorgern einfacher würde. Aktuellen Schätzungen zufolge läge das Projekt bei etwa 25 Millionen Euro Investitionskosten. Auf jeden Fall will das Kommunalunternehmen das „Heft des Handelns“ in der eigenen Hand behalten.

Aufgrund früherer Analysen wird ein Standort nördlich von Vaterstetten an der A99 südlich der Autobahnraststätte als ideal für eine geothermische Erzeugungsanlage eingeschätzt. Anderseits ist das Gebiet auch als potentieller Standort für eine Solarthermie-Freiflächenanlage im Gespräch.

Der Ausbau eines Wärmenetzes könnte bis zum Jahr 2032 in vier Stufen erfolgen. Dazu bräuchte es ein Leitungsnetz von insgesamt etwa 39 Kilometern. Die größte Herausforderung wird jedoch sein, geeignete Standorte für die Bohrstelle und die besten Einspeisungsorte zu finden. Gemäß einer aktuellen Machbarkeitsstudie zur Geothermie Vaterstetten müssten bei einer Erweiterung der Fernwärme Vatersteten um eine Geothermieanlage drei große Heizwerkstandorte betrieben werden. Mitten im Gemeindegebiet will und kann man sie nicht unterbringen. Kommunale Liegenschaften sind jedoch nur begrenzt vorhanden. Als Alternative wird ein Geothermieheizwerk in der Nähe der Autobahnraststätte diskutiert. Ein anderer Standort in der Nähe des Altenheims St. Korbinian in Baldham wurde verworfen. die

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