Der Geräuschemacher in der Band

Jeremys „Life & Death Experience“ im alten kino

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An der Gitarre: Jeremy Teigan

Geräuschemacher Max Bauer spielt das erste Mal in einer neu formierten Band im alten Kino Ebersberg

Ebersberg – Das Publikum ist begeistert. Auf der Bühne des Alten Kinos in Ebersberg steht eine gerade frisch formierte Band. Es ist ihr erster Auftritt. Die Musiker allerdings sind bekannt: Jeremy Teigan (Gitarren und Gesang), Christian Schantz (Kontrabass), Andrés Batería (Schlagzeug) und der Geräuschemacher Max Bauer. Ein Geräuschemacher in einer Band? Ja, das funktioniert, ganz gut sogar. 

Zunächst: die Bühne ist leer, nur das Schlagzeug, der Aufbau des Geräuschemachers, ein paar Gitarren und ein Kontrabass stehen darauf. Und dennoch ist etwas zu hören: William Burroughs kommt vom Band. Währenddessen gehen die vier Musiker zu ihren Instrumenten. Aus einer geräuschartig inszenierten Soundcollage geht es über in den ersten Titel. Um Schmerz geht es. Teigan schreit ihn heraus, wild, heftig, brutal. Das gehöre beides zum Leben wird er später sagen, das Schöne wie das Schreckliche. Oder: „Es gibt Dinge, auf die man sich nicht vorbereiten kann.“ 

Und so geht es im zweiten Kapitel des Abends um die Liebe in all ihren Facetten. Auch da klingt natürlich Schmerzhaftes mit. Zwischen den einzelnen Nummern tönt es beharrlich weiter: Sound, Geräusche, Noise kommt aus den Lausprechern. Dann setzen sie wieder an, die Musiker zu ihrem nächsten Song. An Blues, an Country, an Tom Waits ist man erinnert, aber auch an Funck und Rock. Der Abend ist ein einziges Crescendo und gipfelt, fast am Ende, in einer fetzigen Samba-Nummer, bei der der Geräuschemacher sogar an den Congas steht, rhythmisch äußerst versiert. Zuvor war der Man schon mit seinen Mundharmonikasoli aufgefallen, die das Publikum frenetisch goutierte. Manch einer konnte kaum mehr still sitzen, bei dieser rhythmisch wilden Jagd vergangenen Freitag in Ebersberg. Eine coole Clubatmosphäre war gezaubert. 

Jeremy Teigan begeistert ohnehin mit seinem tiefgründigen Spiel und seinem teuflischem Gesang. Nach der Liebe wurde der Wahnsinn thematisiert, dann das Seelenheil und schließlich der Sinn des Lebens. Ob Gitarre oder Banjo, Teigan spielte voller schmerzhafter Intensität. Jeremys „Life & Death Experience“ war ein beeindruckender und stürmischer Abend. Dem kräftigen Applaus des Publikums danke die Band mit zwei Zugaben. Kees

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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