Digitales Impfzertifikat & lokales Dashboard

Gesundheitsminister Holetscheck besucht das Ebersberger Impfzentrum

Bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetscheck im Impfzentrum Ebersberg
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Medienrummel im Impfzentrum: der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetscheck informierte sich in Ebersberg unter anderem über das digitale Impfzertifikat und das zukünftige Dashboard.

Der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetscheck besichtigte das Impfzentrum in Ebersberg. Dabei wurde ihm auch das zukünftige Dashboard des Landkreises vorgestellt.

Ebersberg – „Den habe ich bis jetzt noch nicht gesehen“, so lautete der erste Kommentar des bayerischen Gesundheitsminister Klaus Holetscheck auf die Frage, wie er den im Landkreis Ebersberg ausgestellten digitalen Impfpass sehe. Es war kurz vor 12 Uhr, Mittagspause und somit Leere im Ebersberger Impfzentrum. Anlässlich des Ministerbesuchs im Impfzentrum wurde das digitale Impfzertifikat erstmals öffentlich vorgestellt und gleichzeitig auch das zukünftige Dashboard zur Darstellung der lokalen Corona-Lage. Dieses wurde mit Unterstützung der Bundeswehr im Landratsamt aufgebaut wird.

Für Staatsminister Holetscheck, die Abgeordneten Thomas Huber und Andreas Lenz sowie Landrat Robert Niedergesäß (alle CSU) galt das Treffen als Lokaltermin, bei dem Bekanntes und Neues präsentiert wurde.

Die Impfzimmer in Ebersberg gleichen denen anderer Impfzentren. Etwas anders aber ist das Angebot. Neben dem Impfstoff kann man hier ein „digitales Impfzertifikat“ erhalten. Dies hatte der Landkreis Ebersberg aus eigener Tasche mit gut 17.000 Euro mitfinanziert. Hierbei wird die Nummer eines amtlichen Ausweisdokuments des Impflings mit den Impfdaten verknüpft.

„Ein fälschungssicheres und Datenschutz konformes digitales Impfzertifikat“, wie Martin Behmann, Vertreter des Magdeburger Softwareanbieters, betonte. In nur 20 Sekunden könne ein Geimpfter mittels eines QR-Codes, der maximal 60 Sekunden auf seinem Handy erscheint, seinen Impfstatus nachweisen, vorausgesetzt, die geschützte Verbindung zu einem für deutsche Gesundheitsdaten zertifizierten Rechenzentrum funktioniert.

Mit amtlichem Ausweis und in Kombination mit dem digitalen Impfzertifikat könnte dem Geimpften der Zugang zu Theater, Kino und Party ermöglicht werden. Holetscheck lobte die Ebersberger Initiative und setzte dagegen: „Der digitale Impfpass ist Bundesangelegenheit. Bayerische Alleingänge wird es nicht geben.“

Über das Dashboard kann die Belastung des Abwassers auf Covid 19-Viren dargestellt werden

Wohl einzigartig ist, dass im Keller des Ebersberger Impfzentrums der Impfstoff hinter einer tonnenschweren Tresortür gelagert wird. Auch das ist dem teils umstrittenen Kauf des Ebersberger Sparkassengebäudes zu zuschreiben. „Den habt ihr immer noch“, fragte Holetscheck erstaunt, als die Sprache auf die Impfstoffe und AstraZeneca kam.

Doch wichtiger war, lokale und modellfähige Maßnahmen gegen die aufkeimende vierte Welle zu präsentieren. Oberstveterinär Dr. Katalyn Roßmann zeigte das Ebersberger Dashboard mit ein paar Klicks. „Lage, Lage, Lage“, so Roßmann zu Beginn. Doch hier wurden nicht Immobilen bewertet, sondern die Digitalisierung der Behörden eingefordert. 24 Computer nützen nichts, wenn mit Papier und Stift gearbeitet werde. Am Dashboard lasse sich in Sekundenschnelle unterschiedliche Szenerien zur Intensivbetten-Nutzung, den Krankheitsverläufen und den Impfungen präsentieren.

Darstellbar ist auch die Covid 19-Viren Belastung des Abwassers. Sind in lokalen Abwässer Covid 19-Viren mit einer bestimmten Anzahl nachweisbar, schrillen Alarmglocken und Testreihen können angesagt sein, auch wenn bei den Bürgern noch keine Symptome festgestellt wurden.

„Wir müssen den Fehler des letzten Sommers vermeiden“, so Rossmann. Das erfordere eine transparente, übersichtliche Lageführung über das Dashbord, in dem viele zur Krise wichtigen Aspekte auch tabellarisch und in unterschiedlichen Diagrammen und Kurven dargestellt sind. Last but not least unterstrich sie, dass die Einbindung der Zivilgesellschaft in der Bevölkerung für eine bessere Akzeptanz der Maßnahme zu erreichen sei. Für die Öffentlichkeit soll das Dashboard bald frei gegeben werden, wie Amtsleiterin Brigitte Keller versicherte. ar

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