Bürgerbegehren für eine neue Stadthalle in Grafing

„Stadthallen sind Gebäude der Bürger“

Ein Mann und eine Frau sammeln Unterschriften für ein Bürgerbegehren für eine neue Stadthalle in Grafing
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Seit November werden in Grafing wieder Unterschriften für ein Bürgerbegehren für eine neue Stadthalle gesammelt

Wie soll die Zukunft der Stadthalle in Grafing aussehen? Eine Privatinitiative möchte die Bürger entscheiden lassen. Wir haben mit Dr. Yukiko Nave von der Initiative gesprochen.

Grafing – Corona lässt die kommunalen Finanzen schrumpfen, gleichzeitig stehen in Grafing große Projekte an wie zum Beispiel die Errichtung eines neuen Feuerwehrhauses. Doch da war doch noch mehr? Auch die Grafinger Stadthalle ist oder wird noch eine große Baustelle.

Zur Erinnerung. Letztes Jahr wurden Mängel im gerade mal 30 Jahren alten Bauwerk deutlich. Vor allem die Belüftung galt es den Vorschriften gemäß in Stand zu setzten – gar eine Einstellung des Betriebs stand im Raum. Doch es gab auch weitere Alternativen, die diskutiert wurden Der Bau einer Mehrzweckhalle mit 950 Quadratmeter für 3,5 Millionen Euro? Oder der große Wurf, ein Neubau mit gleicher Größe für circa 13 Millionen Euro?

Die Diskussion ist schließlich etwas in den Hintergrund geraten – die Corna-Pandemie hat alles überschattet. Im Oktober wurde dann eine kleinst mögliche Sanierung für 1,5 Millionen vom Stadtrat beschlossen. Diese beinhaltet die aus Brandschutzgründen nötige Lüftungsanlage wie sowie eine Verbesserung bei der Barrierefreiheit. Doch es gibt Stimmen, die sich damit nicht zufrieden geben wollen. Eine private Initiative sammelt Unterschriften für ein Bürgerbegehren, welches über die Zukunft der Stadthalle entscheiden soll. Wir haben mit Dr. Yukiko Nave von der Initiative gesprochen.

Frau Nave, wie viele Unterschriften haben sie schon für das Bürgerbegehren gesammelt?

Wir haben jetzt gut die Hälfte. Aufgrund der Corona-Pandemie mussten wir monatelang pausieren. Nächste Woche werden die Flyer in jeden Grafinger Haushalt verteilt, damit wir trotz der gebotenen Zurückhaltung im öffentlichen Raum alle Bürger erreichen. Die Unterschriftenlisten können dann direkt an uns geschickt werden oder in unseren Briefkasten eingeworfen werden, den wir - sichtbar auf einem Fahrrad montiert - am Marktplatz postieren werden.

Der Stadtrat eine für eine minimale Sanierung gestimmt. Warum sollten Ihrer Meinung nach dennoch die Bürger entscheiden?

Es soll deshalb einen Bürgerentscheid geben, damit die Bürgerschaft jetzt zu einem Diskurs eingeladen wird und anschließend über die Zukunft des Gebäudes abstimmen kann. Das unterstreicht den demokratischen Gedanken, dass Stadthallen Gebäude für die Bürger sind. Außerdem fehlt ein Kulturkonzept, das die Frage beantwortet: Welche Art und Größe von Veranstaltungsräumen braucht Grafing eigentlich? Dieses Konzept muss vor der Entscheidung über die Art eines Neubaus oder der Sanierung der Stadthalle stehen. Wir befürworten aufgrund der zahlreichen Mängel eine Neubauplanung und sammeln dafür Unterschriften. Wenn die Grafinger aber mehrheitlich die alte Stadthalle sanieren möchten, weil sie so daran hängen, koste es, was es wolle - dann kann auch das ein demokratisch legitimiertes Ergebnis des Bürgerentscheides sein.

Warum sollte man trotz vieler Baustellen wie Feuerwehr und Corona einen Neubau planen?

Ein Neubau, das haben der neue Stadtrat und sein Kulturmanager S. Schlagenhaufer schon erkannt, muss am Ende kommen. Da es erfahrungsgemäß Jahre dauert, bis ein Plan zum Bau führt, muss man jetzt damit starten. Dann besteht die Chance, dass die alte Stadthalle so lange genutzt werden kann, bis der Bau beginnt. Eine Sanierung zum jetzigen Zeitpunkt ist nicht erforderlich, weil die Stadthalle geöffnet bleiben kann. Lediglich die Besucherzahl muss reduziert werden, von 400 auf 200. Aktuell dürfen wegen Corona maximal 70 Personen in die Stadthalle, im November wegen der Beschränkung von Veranstaltungen sogar nur 50. Es gibt also keinen triftigen Grund, vorschnell Geld auszugeben. sc

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