Stadthalle Grafing hat hohe Priorität 

Grafinger Haushaltsplan 2021 – abgespeckt und knapp bemessen

Grafings Kämmerin Veronika Kainz
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Grafings Kämmerin Veronika Kainz musste mit hohen Schulden und geringeren Einnahmen ihr Zahlenwerk gestalten.

„Mit Sicherheit wird das Jahr 2021 ein schwieriges Jahr“, ist Grafings Bürgermeister Christian Bauer (CSU) überzeugt. Doch seiner Meinung nach werde man ganz gut durchkommen. 

Grafing - Einstimmig beschloss das Grafinger Ratsgremien den Haushaltsplan 2021, was Bauer mit einem zufriedenen „Erfreulich!“ kommentierte.

Generell hat man die Ausgaben den sinkenden Einnahmen angepasst. Gerade einmal 200.000 Euro hat Grafings Kämmerin Veronika Kainz als sogenannte „Freie Finanzspanne“ errechnet, womit man kreativ weitere Aufgabenfelder gestalten könnte.

Da große Investitionen wie die Erweiterung/Sanierung der Grafinger Grundschule sowie die Sanierung der Wasserver- und Wasserentsorgung weitest gehend abgeschlossen wurden, stehen derzeit solche Aufgaben nicht im Pflichtenheft der Stadt und so sinkt das Gesamthaushaltsvolumen auf 39,4 Millionen Euro.

Im Verwaltungshaushalt mit 28,2 Millionen Euro entfallen rund 6,1 Millionen Euro allein auf die Personalkosten inklusiv der Großraumzulage. Für die Kreisumlage fallen 7,8 Millionen Euro an und knapp vier Millionen Euro zahlt Grafing für die Kinderbetreuung in den Krippeneinrichtungen, den Kindergärten sowie Mittagsbetreuung und Ganztagesschule.

Diesen Ausgaben gegenüber stehen konservativ geplante Einnahmen aus der Gewerbesteuer in Höhe von 4,8 Millionen Euro, den kommunalen Anteilen der Einkommensteuer und des Familienlastenausgleichs von 11,4 Millionen Euro sowie von der Grundsteuer 1,6 Millionen Euro. Zum Vermögenshaushalt werden 1,7 Millionen Euro zugeführt, um Kredite zurückzuzahlen und Investitionen tätigen zu können.

Rund 11,2 Millionen Euro umfasst heuer der Vermögenshaushalt. Zu den Großprojekten zählen die Stadthallen-Instandsetzungsmaßnahmen mit 1,4 Millionen Euro, die Planung/der Bau des Kinderzentrums an der Forellenstraße mit zunächst 750.000 Euro und die Fertigstellung der Grundschule mit ebenfalls 750.000 Euro. Mit einplant ist auch eine Lagerhalle am Bauhof für 500.000 Euro sowie die Maßnahmen für die Sportstättenanbindung mit 290.000 Euro. Maßnahmen an den Kindertagesstätten St. Elisabeth, Alte Schule Oberelkofen und dem Haseitl Haus (Dobelwald) schlagen im Haushalt mit 550.000 Euro zu Buche. Eine Tartanbahn, so etwas gibt es bisher nicht in Grafing, wird mit 350.000 Euro veranschlagt.

Um all dies und einige kleinere Maßnahmen zu schultern, erhält Grafing staatliche Zuschüsse in Höhe von 5,3 Millionen Euro; muss aber selbst für den Haushalt 1,8 Millionen Euro und für die Maßnahmen der Stadtwerke Grafing weitere 600.000 Euro aufnehmen.

Kämmerin Veronika Kainz rechnet am Jahresende 2021 noch mit Rücklagen in Höhe von 3,2 Millionen Euro, die in den folgenden Jahren weiter dahin schmelzen werden. Für die Stadt Grafing und die Stadtwerke Grafing prognostiziert Kainz einen Schuldenstand von 13,2 Millionen Euro sowie 15,3 Millionen Euro, was in der Summe 28,5 Millionen Euro ausmacht, denn die Stadtwerke gehören zu 100 Prozent Grafing. Vergleiche der Haushaltszahlen mit denen aus den Vorjahren werfen kein objektives Licht auf das Geschehen. Denn viele Maßnahmen müssen nachgeholt werden und Pflichtaufgaben erfüllt werden. Dass somit die Pro-Kopf-Verschuldung bei 934 Euro beziehungsweise inklusiv der Stadtwerke bei 2.021 Euro am Ende des Jahres liegen wird, basiert auf Versäumnisse aus vergangen Jahrzehnten.  ar

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