Den Spirit aufrechterhalten

Grafinger Jugendorchester: „Wir brauchen jetzt bald einen Kickstarter“

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Hedi Gruber steht mit ihrem Orchester in den Startlöchern, bis es los gehen kann, heißt es durchhalten und warten auf die erste Probemöglichkeit.

Über die Situation jetzt dürfe sie gar nicht nachdenken, sagt Hedi Gruber, die Leiterin des Jugendorchesters Grafing. Aber das geht nicht, wenn das Musikmachen, das Proben, das Organisieren und vor allem die Musiker und Sänger fast schon das eigene Leben sind

Grafing – Der Sparkassensaal, der Proberaum in Ebersberg, ist gerade als Diagnosezentrum umfunktioniert, die Instrumente, das Equipment irgendwo dort im Dachboden verstaut. Im Moment geht einfach gar nix. Aber Hedi Gruber wäre nicht Hedi Gruber, wenn nicht doch ein wenig was gehen würde. Gerade zeigen sie als Solomusiker und -sänger ihr Können auf Videos, denn als Orchester, aber immerhin. So sind sie präsent, haben eine gemeinsame Aufgabe, können ihren Spirit aufrechterhalten und Gruber hofft so vor allem, ihre Mannschaft zusammenhalten zu können.

 „Wir sind ja kein Berufsorchester, bei uns kommen die Leute zusammen, wenn sie Zeit haben zum Proben und vor allem, sie kommen von überall her, auch aus Wien oder Berlin.“ Ohne Auftritte, ohne Ziel und vor allem ohne Proben ist so ein illustrer Haufen schwer zusammen zu halten. „Die Planungsunsicherheit macht uns am allermeisten zu schaffen“, so Gruber. Zumindest hat sie sich einen Slot für den 10. Oktober im alten Speicher gesichert, erzählt sie weiter. Mal sehen, ob dieser Tanzabend so stattfinden kann. Bis vor Corona lief es mehr als gut für das Orchester. Das Casting, welches bis Februar lief, brachte weitere Vollblutmusiker mit ins Team, die Auftragsbücher waren sozusagen voll. „Wir bremsten voll auf Null herunter“. Probewochenenden waren geplant, sogar eine ganze Probewoche, ganz zu schweigen von den vielen geplanten Auftritten, „aber im Moment sind wir nicht handlungsfähig“.

Das jahrelange Engagement von Hedi Gruber trägt auch in der Krise ihre Früchte. Sie hält mit ihrem Tun, ihrer Leidenschaft, ihrem Humor, ihrer Fürsorge um jeden Musiker und um jede Note alles zusammen und das schon über Jahre. So versuchen sie jetzt alle aus der Situation das Beste zu machen. Sie halten „digital“ zusammen, machen Videos, die sich jeder auf Youtube, Facebook oder Instagram anseen kann. „Wir brauchen jetzt ganz viel Unterstützung und es würde uns unglaublich freuen, wenn sich ganz viele die Videos ansehen“, so der Wunsch aus dem Orchester. Gruber sieht diese Art der Arbeit im Moment als eine Art „ideelles Futter, als Notwendigkeit zum Durchhalten“, bis sie endlich wieder zusammen proben dürfen. „Wir stehen in den Startlöchern“, schwärmt Gruber voller Vorfreude.

Das Durchhalten wird mit jedem Tag zwar schwieriger, aber mit Hilfe von außen, sprich mit der Freude der Menschen, die sich die Videos ansehen, werden sie es schaffen bis zum heißersehnten ersten Probetermin nach Corona zusammenzuhalten. „Wir brauchen jetzt ganz viel Zuspruch und Motivation“. Tretne

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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