Einheimischen-Bauland in der Wolfsschlucht

Grafinger „nur“ bevorzugt

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Geteilte Wolfsschlucht, Park mit Villa im Süden – Wohngebiet im Norden, wo die Kanalisierung bereits erfolgt ist.

Das sogenannte Bauland für Einheimische ist stets begehrtes Objekt. Ein Filetstück zwischen Parklandschaft und historischem Ortskern wurde unlängst als Bauland -Programm für die ortsverbundenen Grafinger angeboten und sorgt nicht erst jetzt für Unmut.

Grafing – Das sogenannte Bauland für Einheimische lässt vieler Orts die Einheimischen hoffen, endlich in die eigenen vier Wände ziehen zu können – da das Bauland unterhalb des Verkehrswertes zu erhalten ist und mit Eigenleistung die Baukosten minimiert werden können. Die Grafinger Wolfsschlucht hat ihre ganz eigene Geschichte. Zunächst sollte ein Bebauungsplan über das komplette Areal oberhalb des Stadtparks gelegt werden, geteilt in einen gewerblichen Bereich für den sich ein ortansässiges Unternehmen interessierte und einen Bereich für Wohnbebauung. Der Stadtrat stimmte dem mehrheitlich zu. Doch das Unternehmen und der Grundstückseigentümer wurden sich über das mit einer Villa bebaute Areal Wolfsschlucht-Süd nicht handelseinig, was als privat zu deklarieren ist und in der Öffentlichkeit mit Gerüchten behaftet wird.Im Stadtrat beschloss man mehrheitlich – und hierzu reichten die Stimmen der CSU-Fraktion alleine nicht aus – die Wolfsschlucht-Nord als dem Wohnbaugebiet auszuweisen – ein Bauleitverfahren zu eröffnen. Ferner das „Bauland-Programm für die ortansässige Bevölkerung“ durch zu führen: Elf Grundstücke sollten vergeben und durch einen Bauträger veräußert werden. Der Stadtrat beschloss einen Kriterienkatalog. Die Anträge mit entsprechenden Nachweisen über die Verbundenheit mit der Stadt Grafing waren an die Kämmerei zu richten. Die Kämmerei erarbeitete gemäß den Kriterien eine Reihung der rund 50 Antragsteller. – Und hier trennen sich die unterschiedlichen Verfahren zur Vergabe von vergünstigtem Baugrund.Abgesehen davon dass jede Kommune ihren eigenen Kriterienkatalog, den Bürgermeister Rudolf Heiler im Mai veröffentlichte, aufstellt, gibt es auch unterschiedliche Varianten zum Vertrieb der Grundstücke. Im sogenannten Einheimischen Bauland-Programm vertreibt die Kommune die Grundstücke und – dies ist Land auf und Land ab zu beobachten – bleibt nicht selten zunächst auf einem Teil des Areals sitzen. Um den Arbeitsaufwand in der Rathausverwaltung zu umgehen, übergab die Stadt die Grundstücke einem Investor, der – und dies ist erstmalig in Grafing – die Grundstücke bebaut veräußert. Maßgabe allerdings ist, dass gemäß der Reihung die Erwerbswilligen aus Grafing den Baugrund 20 Prozent unterhalb des ortsüblichen Verkehrswerts erhalten. Sollten bis zu einer gesetzten Frist die Grundstücke nicht veräußert sein, so kann der Investor sie am Markt verkaufen, muss aber nach Aussagen von Ratsmitgliedern oben genannte 20 Prozent des Verkehrswertes des Grundstücks an die Stadt Grafing abführen.Nun werden verschiedene Stadträte mit Kritik überhäuft. Viel zu teuer sei das Ganze und kein Mitwirken sei im Bauland-Projekt für ortsansässige möglich. Seitens des zuständigen Baumanagement Frei & Essler signalisierte man Gesprächsbereitschaft mit den Käufern. Bezüglich der Ausstattung und dies könne – soweit vertretbar – beim Grundriss bis hin zu Fliesen und Bodenbelägen gehen. Auch könne man sich grundsätzlich, aber auch unter der Prämisse, den allgemeinen Bauverlauf nicht zu behindern, über ein Mitwirken der Bauherren miteinander reden.ar

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