Aus dem Grafinger Stadtrat

Grafing: Parkgebühren stützen die Stadtkasse

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Sie bleiben stehen: Grafings Parkscheinautomaten auf dem Marktplatz.

„Kleinvieh macht auch Mist“, sagt der Volksmund und wer würde jährlich auf exakt 17.488,80 Euro netto freiwillig verzichten? Der Grafinger Stadtrat muss es nicht und musste auch nicht über Claus Eimers Antrag zur Abschaffung der Parkscheinautomaten entscheiden, denn der FDP-Stadtrat zog seinen Antrag zurück.

Grafing – Ein Bärendienst für die Umwelt sei die geltende „Kassenbon-Pflicht“, insbesondere dann, wenn dazu „giftiges Thermopapier“ benutzt werde, so Eimer und ergänzt: „Umweltschutz fängt schon im Kleinen an. Daher soll die Stadt Grafing im Stadtgebiet die Parkscheinautomaten durch eine Parkregelung mit Parkscheibe ersetzen“. Die Folge wäre keine Wartung der Automaten und mehr Geld im Beutel der Bürger, wenn sie die Parkzeiten nicht überschreiten, denn die gebührenpflichtige Verwarnung bei Missachtung soll weiterhin erfolgen, erläuterte er seinen Antrag. 

Ob der Zahlen aus der Stadtverwaltung staunten Grafings Stadträte nicht schlecht. Am Marktplatz befinden sich 32 öffentliche Parkplätze. Seit 2018 beträgt hier die Höchstparkdauer 30 Minuten zuzüglich 10 kostenfreier Minuten, die über sie sogenannte Semmeltaste (grün) erhältlich sind. Gebühren in Höhe von 19.626,80 Euro hatte die Stadt für diese 32 Parkplätze allein im vergangenen Jahr zu verzeichnen. Das sind rund ein Drittel aller Parkplatzgebühren in der Stadt, die sich insgesamt auf 61.320 Euro belaufen. 

Den Einnahmen von rund 19.700 Euro stehen gerade einmal Ausgaben von 2.138 Euro gegenüber, die sich aus den Wartungskosten (550 Euro), den kalkulatorischen Personalkosten (753 Euro) sowie den Kosten für die Papierrollen (835 Euro) zusammensetzen. In Anbetracht dieser Zahlen hatte Claus Eimer den Antrag zurückgezogen; Bürgermeister Christian Bauer ihn aber nicht von der Tagesordnung gesetzt. Aus dem Stadtratsgremium kam der Vorschlag, bei den Papierrollen künftig auf Farbentwickler freies Papier zu achten, um die Umwelt zu schonen. 

Ferner teilte die Stadtverwaltung mit, dass die Stabsstelle Wirtschaftsförderung der Stadt eine Herabsetzung der Höchstparkdauer kritisch sehe und die Unzufriedenheit der Geschäftsinhaber am Marktplatz befürchte.ar

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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