Der Countdown läuft – die Tage sind gezählt

Katharinas Ghana-Tagebuch

+
Katharina Otten

Die Grafingerin Katharina Otten wird für ein Jahr in einem Waisenhaus in Ghana arbeiten. Bei uns schreibt die 20-Jährige über ihre Erlebnisse, ihre Gefühle und ihre Arbeit

Grafing – Wieder schweift mein Blick Richtung Kalender: 24. August. In zehn Tagen geht mein weltwärts-Freiwilligendienst los. Doch dieses so unglaubliche Vorhaben setzt sich nur langsam in meinem Kopf fest. Natürlich schwirren im Moment noch lauter Fragen sowohl organisatorischer als auch persönlicher Art in meinem Kopf herum: Was kommt auf mich zu? Was und wie viel packe ich ein? Wie läuft das mit der Internetverbindung vor Ort und wie viel Sonnencreme brauche ich eigentlich? Da bleibt nicht mehr viel Zeit, um sich mental auf das vorzubereiten, was auf einen zukommt. Doch zum Glück haben alle Freiwilligen, die dieses Jahr mit den internationalen Jugendgemeinschaftsdiensten (ijgd) einen weltwärts- Lerndienst leisten, schon ein Vorbereitungsseminar absolviert. In dem kleinen Ort namens Hann-Münden haben sich 22 Freiwillige und fünf Teamende zusammen gefunden und sich im Rahmen von vielen Seminaren mit den Themen auseinander gesetzt. 

Die Freiwilligen 

Wir Freiwilligen sind eine bunt- gemischte Truppe aus jungen Leuten, von denen die meisten gerade mit der Schule fertig sind. Auf dem Seminar habe ich nicht nur die Gruppe kennen gelernt, die mit mir nach Ghana gehen wird, sondern auch diejenigen, die in den Ländern wie Togo, Kenia und Uganda ausreisen werden. 

Themen der Seminare 

Zum Einen wurden in den Vorbereitungskursen Themen wie die Sicherheit vor Ort, die Unterbringung in den Einsatzstellen sowie allgemeine Informationen zu den Ländern besprochen. Besonders intensiv war die gesundheitliche Aufklärung.Wir wurden sowohl in der Prävention, als auch in Maßnahmen für Notfallsituationen geschult. Zum Anderen haben die Teamenden versucht, uns Themen wie Rassismus, Kolonialismus, Sexismus und Gender sowie Macht und Privilegien des globalen Nordens näher zu bringen.

Wir bekamen Denkanstöße zu Themen, die in der Welt entweder gemieden oder stark diskutiert werden und beleuchteten diese von unterschiedlichen Seiten. Ein Ziel war es, dass wir anfangen, globale Zusammenhänge bewusster wahrzunehmen. 

Der Abschied 

Während meine Eltern und ich stundenlang das Internet nach Dingen durchforsten, die ich eventuell auf meiner Reise brauchen könnte oder mit irgendwelchen Versicherungen diskutieren, bringen mich meine Freunde auf den emotionalen Boden der Tatsache zurück. Sie werden mir fehlen - und da hilft auch keine Abschiedsparty oder (vorerst) letzte gemeinsame Ausflüge. Das gleiche gilt natürlich für meine Familie, die mich in meinem Vorhaben so sehr unterstützt und wir uns gemeinsam durch das organisatorische und emotionale Chaos kämpfen. Ich merke, wie der bevorstehende Abschied emotional an mir nagt und ich bezweifle, dass ich ihn ohne Tränenvergießen überstehen werde. Am 3. September trete ich meinen Flug nach Ghana an, dann sitze ich auf gepackten Koffern und kann über die erste Etappe meines weltwärts-Freiwilligendienstes berichten. 

Katharina Otten

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

Auch interessant:

Meistgelesen

60 Jahre Spielmannszug Ebersberg
60 Jahre Spielmannszug Ebersberg
Vollsperrung ab 23. September der EBE09
Vollsperrung ab 23. September der EBE09
Tag der Regionen beim Rewe in Grafing
Tag der Regionen beim Rewe in Grafing
Radeln für den Klimaschutz
Radeln für den Klimaschutz

Kommentare