Die Geschichte der SPD ist ein auf und ab

100 Jahre SPD Grafing

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Passend zum 100 jährigen SPD-Jubiläum mit Christian Ude kam Grafings grüne Bürgermeisterin im roten Jäckchen.

Grafings SPD feiert 100 Jahre mit dem Gastredner Christian Ude. Dabei wurde deutlich: Die Geschichte der SPD ist ein auf und ab

Grafing – Ein Jubiläum, wie das 100-jährige Bestehen will gefeiert sein. Die zahlreichen Gäste füllten den Saal des Kastenwirts, wo der Festredner, Münchens Alt-Oberbürgermeister Christian Ude, auf charmante, aber ehrliche Art das Publikum in gute Laune versetzte. Die Geschichte der Grafinger SPD begann eigentlich am Ostermontag 1919, wo im Heckerkeller zu Öxing zunächst ein Gründungsversuch scheiterte. „Soldaten mit roter Fahne“, so der Chronist, hatten dann aber die Veranstaltung beendet, da sie „bei den Geschäftsleuten, nach zurückgehaltenen Lebens- und Genussmitteln suchen und diese beschlagnahmen wollten“. 

Fein säuberlich dargestellt findet man die Aufzeichnungen des bewegten Daseins der SPD in der 32-seitigen Festschrift „Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität“. Nach langen von politischen Wirren und Kriegen gezeichneten Jahren gründete sich am 1. Januar 1946 – jetzt im Grafinger Heckerbräu – die SPD-Grafing neu. Ortsvorsitzender wurde Anton Fröhler. Im Ratsgremium war die SPD stets stark vertreten, teilweise stärkste Fraktion und stellte von 1966 bis 1972 mit Josef Obermeier den Rathauschef. In dieser Zeit erfolgte der Ausbau der Wasserversorgung, es wurden zwölf weitere Schulsäle, das Feuerwehrhaus und nicht zuletzt das Freibad errichtet. Man bedauerte, dass bis heute noch keine Straße in Grafing nach Josef Obermeier benannt wurde. 

Ab 1996 verlor die SPD dann erheblich an Stimmen - zu Gunsten der Grünen. Auch Bürgermeisterin Angelika Obermayr (Grüne) richtete ein Grußwort ans Publikum und versicherte darin: „Wir brauchen die SPD“ und ergänzte schnell, aber bitte nicht zu Lasten der Grünen. Wo Christian Ude spricht, wird’s still im Publikum, man lauschte. Es kam kein Lob kein Tadel. Ude klärte auf, ließ Leben und Wirken des Georg von Vollmar, einem SPDler der ersten Stunde, Revue passieren. Dieser war Mitglied der Schweizer Garde im Vatikan, was ihm und somit der SPD später bei so manchem Disput im katholischen Bayern von Vorteil war. 

Auch zum Schmunzeln bot Ude den Gästen eine Geschichte. Und zwar vom Schwabinger Toni, dem personifizierten Klischee-Bayern, der besten zur bevorstehenden Wahlkampfzeit passt. CSU-Vertreter gingen „schamlos zu jeder Veranstaltung“ und seien ganz nah am Menschen. Ganz anders die Vertreter der SPD, die beispielsweise bereits ab Weihnachten das Parteisommerfest vorbereiteten, eifrig Plakate aufstellen und dann am Tag der Veranstaltung den Schwabinger Toni begrüßen können, weil der eben überall hin gehe, wo Freibier ausgeschenkt werde. Mehr Bürgerkontakt und ein „auf die Bürger zugehen“ würde den SPD-Vertretern gutstehen. ar

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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