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Der grüne Daumen von Grafing

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Wolfgang Bilo – Abfall- und Umweltamt der Stadt © Foto: Tretner

Wolfgang Bilo kümmert sich in Grafing um die Pflege des städtischen Grüns. Und hier geht die Stadt immer mehr auf eine „natürliche“ Handhabung über, weil dies auch Kosten spart.

Grafing – Drei bienenfreundliche Blühflächen gibt es in der Stadt. Die kleinste ist mitten im Zentrum am Marktplatz gegenüber der Raiffeisenbank zu sehen. Seit kurzem ist dieses kleine Blühparadies, für Bienen und andere Insekten, mit einem Schild ausgewiesen. Zu viele Wegabkürzungen von eiligen Bürgern machten den Pflanzen ein wenig zu schaffen, aber seit dem das „Vorsicht-Schild“ angebracht ist, geht der Grafinger brav um die Blühinsel links oder rechts herum. 

Bei der Bücherei, in der Grenzstraße gibt es noch eine weitere Nektarstation für Wildbiene und Co. Die größte befindet sich aber außerhalb des Stadtzentrums am Ortsausgang entlang der Wasserburger Straße Richtung Wiesham, zwischen Gehweg und Fahrbahn. Auf 200 Metern Länge blüht, auf dem einen Meter breiten Streifen, allerlei Nahrung für die so bedrohten Insekten. „Der Aufwand für diesen Streifen war sehr hoch“, so Bilo. „Zuerst mussten wir 20 – 25 Zentimeter Boden austauschen, sprich den nährstoffreichen Boden entfernen und dafür nährstoffarmes Substrat einbringen.“ Das ist wohl der größte Irrtum bei naturfreundlichen Gartenbesitzern, dass so eine hochwertige „Blumenwiese“ einfach mit dementsprechendem Samen ausgestreut werden kann. 

Die Anlage solcher Flächen ist anfangs etwas aufwendig, dafür ist die Pflege später wesentlich weniger zeitintensiv, wie das vierzehntägige Rasenmähen auf normal kultiviertem Grün. Ein bis zweimal jährlich werden die bienenfreundlichen Flächen nur gemäht und dies kommt natürlich auch dem Geldbeutel der Stadt zu Gute. Die Resonanz auf diese Flächen, ist laut Bilo sehr gut. Was ihm aber am Herzen liegt, ist, dass vielleicht doch der ein oder andere Autofahrer, nicht für ein Umkehr- oder Ausweichmanöver direkt in die Pflanzung hineinfährt. 

Gerade am Projekt an der Wasserburger Straße, kann man dies immer wieder beobachten. Auf der anderen Seite gibt es auch Bürger, die sich vorbildlich um diese Blühwiesen kümmern und melden, wenn es dort etwas zu tun gibt. Wolfgang Bilo, der ehemals in einem Privatwald als Förster tätig war, bevor er 2001, das Amt für Abfall- und Umwelt bei der Stadt Grafing übernahm, ist sehr an einer Zusammenarbeit mit den örtlichen Umweltvereinen, wie dem Naturschutzbund oder der Transition Initiative Grafing gelegen. 

So gestaltet der Bund Naturschutz die Fläche rund um das Heimatmuseum oder die großen Blumenkübel vor der Bäckerei Daumoser. Beiden Vereinen gefällt sicherlich auch die große Streuobstwiese, die gleich hinter dem Kreisel der neuen Ortsumgehung angelegt ist. Direkt nach der großen Lärmschutzwand aus Glas beginnt eine 2500 qm große Fläche, die mit Obstbäumen, Sträuchern und Blühpflanzen bestückt ist. Auch hier sind einige der Grafinger Bürger eifrig engagiert. So schneiden sie gemeinsam die Obstbäume und helfen einfach mit, die Pflege für die Stadt Grafing ein wenig zu erleichtern. 

Für alle Bauvorhaben in der Stadt ist es von Nöten Ausgleichsflächen für die Natur zu schaffen und hier werden bevorzugt naturnahe Standorte geschaffen. Wie zum Beispiel jetzt erst kürzlich hinter dem Bauhof eine Fläche für Bodenbrüter angelegt wurde. Neben all dem „Neuen“, welches Wolfgang Bilo erschaffen darf, gibt es noch genügend Bestandsarbeit für ihn und seine Mitarbeiter. Jährlich müssen zum Beispiel die ungefähr 1500 Bäume der Stadt Grafing auf ihre Verkehrssicherheit geprüft werden, bzw. Pflegemaßnahmen an den Bäumen vorgenommen werden. Einen besonderen Blick hat Bilo hier, als ehemaliger Förster, für die gar nicht so wenig vorhanden Naturdenkmäler, die die Stadt vorzuweisen hat. Wie zum Beispiel die älteste Eiche im Stadtgebiet, die an der Dobl-Kapelle steht und ungefähr 130 Jahre alt sein dürfte, oder die 250 Jahre alte Linde an der Ägidius-Kapelle, die aber in ihrer Krone aus Platzgründen stark zurückgenommen werden musste. At

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