Grüne geben Pläne für Radverbindung bekannt

Radlautobahn zum Ostbahnhof: Großer Wurf oder Salamitaktik?

Asphaltierter Radweg entlang der S-Bahn
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So stellt sich der AK Mobilitätswende der Vaterstettener Agenda 21 den schnellen Radweg entlang der Bahn vor.

Bei der Präsentation der Grünen zum schnellen Radweg zwischen Ebersberg und München bleiben viele Fragen offen.

Landkreis Ebersberg – So ganz einig ist man sich offenbar selbst bei den Grünen nicht über das Ziel des Radwegs zwischen Ebersberg beziehungsweise Grafing und dem Münchner Ostbahnhof. Der grüne Landtagsabgeordneter Markus Büchler spricht von „Autobahnen für den Radverkehr“ nach Kopenhagener Vorbild, auf denen große Mengen an Pendlern schnell und bequem mit den Rad im Ballungsraum München unterwegs sein können.

Auch die Stadt-Grünen wünschen sich einen Radlschnellweg als Alternative zum Autoverkehr. „Es werden nicht so viele auf den gesamten 34 Kilometern zwischen München und Ebersberg unterwegs sein“, schätzt hingegen Kreisrat Thomas von Sarnowski (Grüne). Es gehe daher mehr darum, den Pendlern zwischen den Ortschaften wie von Zorneding nach Vaterstetten Lust aufs Rad zu machen.

Dazu haben die Grünen-Ortsverbände aus Kirchseeon, Zorneding, Vaterstetten, Grasbrunn, Haar, Trudering und Berg am Laim eine Strecke ausgearbeitet, die hauptsächlich entlang der S-Bahn-Gleise führt. Bestehend aus „wunderbaren Schotterwegen“ und vorhandenen Feldwegen, auf denen man bereits jetzt mit dem Rad unterwegs sein kann.

Für Eglharting wird eine Radumfahrung vorgeschlagen, um nicht mit dem Schwerlastverkehr durch den Ort zu fahren. Durch Zorneding auf der alten Ortsdurchfahrt, im Zick-Zack-Kurs über Feld- und Waldwege, um letztlich bei der Unterführung Brunnenstraße auf den bestehenden Weg in Vaterstetten zu gelangen.

Vorbei an den beiden S-Bahnstationen über die Autobahnbrücke nach Haar und weiter durch Unterführungen und „holprige Wirtschaftswege“ nach München, mal nördlich, mal südlich der Gleise, durch kleine Straßen in Wohngebieten, durch Biotope, bis man am Ende am Ostbahnhof rauskommt.

Einiges sei noch nicht optimal, geben die Grünen zu. Oft sind die Breiten nicht ausreichend, in Haar fehlen gar zwei Verbindungsstücke. Viel muss ausgebaut und asphaltiert werden, um es wirklich gut nutzen zu können. So sei der Radweg zum Baldhamer Bahnhof „zu schmal und bei Schlechtwetter matschig“, erklärt Gemeinderat Felix Edelmann (Grüne).

Die Wege an der Bahn würden nicht nur von Radfahrern genutzt, der Erholungs- und Spazierweg ginge dort verloren, sorgen sich zwei Bürgerinnen. Fußgänger sollten auf andere Strecken ausweichen, wenn dort Radfahrer entlangflitzen, meint Gemeinderat David Göhler (Grüne).

Offen bleibt, wer den Ausbau, Beleuchtung und Winterdienst finanzieren soll. „Das Gelände wird wahrscheinlich der Bahn gehören“, sagt Göhler. Achim Dallmann vom AK Mobilitätswende der Vaterstettener Agenda 21 fordert neben einer Radlbrücke an der Möschenfelder Straße auch eine bei der Unterführung Brunnenstraße. Uneinigkeit herrscht bei den Grünen auch über eventuelle Fördergelder für den Ausbau der Strecke. Eher nicht, weil die Kriterien für einen Radlschnellweg nicht erfüllt werden, vielleicht doch, weil auch weniger breite Radwege begünstigt würden.

„Eine Radl-Autobahn werden wir nicht hinkriegen“, dämpft von Sarnowski die Erwartungen. Wenn man die Strecke von A nach B durchplane, dauere es noch 20 Jahre. Besser sei eine „Salamitaktik“, mit der man die Strecke Stück für Stück attraktiver mache. So komme man am Ende „pragmatisch und zukunftsorientiert“ zu einem Radschnellweg. die

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