Das Improvisieren hat ein Ende

Grund- und Mittelschule in Kirchseeon feiert Einweihung

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Landrat Norbert Niedergesäß bei der Einweihung

Die Grund- und Mittelschule in Kirchseeon kann wieder ihren gewohnten Gang gehen, denn mit der Einweihungsfeier fiel allen Beteiligten ein Haufen Steine von den Herzen. Zweieinhalb Jahre hatten die Arbeiten gedauert.

Kirchseeon – Es waren viele Monate der Improvisation nötig rund um das Schulleben dieses Gebäudes. Umso ehrlicher klangen die Lobes- und Dankworte in der neuen Mensa, wo an die 100 Gäste zum „Feiernachmittag“ erschienen waren. Landrat Robert Niedergesäß unterstrich die Bedeutung von Bildung und Unterricht, gerade in diesem Landkreis, der seit 2015 das Siegel Bildungsregion trägt. Er erinnerte an seine eigene Schulzeit und gab zu, dass es als Kind nicht jeden Tag Freude macht, in so eine Lehranstalt zu gehen. Aber in so ein schönes Gebäude... 

Dieses hatte im Sommer 2016 massiv unter Starkregen leiden müssen. Die dadurch entstandenen Schäden hatten auch ihr Gutes, denn zwar musste renoviert werden, aber auch eine Erweiterung konnte verwirklicht werden. Rektor Franz Kraxenberger lobte Eltern, Schüler und besonders das Lehrerkollegium für deren Geduld und Flexibilität. Denn ein Großteil des Lehrbetriebs musste bei den Nachbarn in Eglharting improvisiert werden. „Wir schaffen das“ hatte er seinerzeit gesagt, und das geflügelte Wort habe nun nicht nur für ihn eine besondere Bedeutung. Der Schulleiter hat nun ein neues Büro - in alten Räumen und: „Wir bräuchten noch mehr Räume.“ 

Aber nach den acht Millionen Euro, welche die Gemeindekasse in das Gebäude investiert hatte, dürfte nun erst einmal Pause sein. Kraxenberger freute sich, dass es nun keinen Hall mehr geben würde und er ist glücklich für das Kollegium und die Schüler. Niedergesäß schmunzelte zuvor, dass sich der Landkreis finanziell nicht an den Kosten beteiligen musste. Aber er versprach immerhin, eine symbolische Summe an die Schule zu überweisen, damit diese sich ein keines Geschenk leisten könne. Vom Schulleiter war zu erfahren, dass er erstmals an solchen Beratungsgesprächen bezüglich Baumaßnahmen teilnehmen durfte und zeigte sich erstaunt: „Da fliegen die Fetzen“, berichtete er mit einem Augenzwinkern. 

Diskussionen und Beratungen zu jedem Detail waren nötig, und bis dann etwa ein geeigneter Wasserspender ausgewählt und gefunden wurde, waren drei Monate ins Land gegangen. Bürgermeister Udo Ockel war ebenso voll des Lobes, zudem erleichtert und stolz auf das neue Schulgebäude. Und stolz konnte er sein auf eine Auszeichnung, die ihm ein Vertreter der Waldbesitzervereinigung Ebersberg überreichte - plus 300 Euro Preisgeld - als Dank und Anerkennung für die Nutzung einer großen Menge regionalen Holzes bei der Erweiterung.

Ihren Segen spendeten Pfarrerin Steuerer-Wünsche und Pater Georg, der darauf verwies: „Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir.“ Höhepunkt war im Anschluss eine kleiner Schwank auf der Bühne, vorgetragen von der Theater-AG: Die Schüler spielten ironisch die verfahrenen Situationen während der Umbauuphasen nach, die geladenen Lehrkräfte, Gemeinderäte und Eltern lachten sich schlapp und spendeten immer wieder tosenden Applaus. osw

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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