Aufatmen in Steinhöring

Hanslmeier-Prockl wieder im Amt

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Dr. Gertrud Hanslmeier-Prockl kann an ihren Schreibtisch zurückkehren - aber nur vorerst. Denn der Aufstichtsrat muss die Kündigung noch zurücknehmen

Nach großen Protesten ist die Freistellung der Leiterin des Einrichtungsverbundes Steinhöring wieder aufgehoben

Steinhöring – „Alle Beteiligten sind daran interessiert, in eigener Verantwortung und außerhalb einer gerichtlichen Entscheidung Grundlagen für ein erneutes und vertrauensvolles Miteinander zu schaffen,“ heißt es in einer Pressemitteilung der Katholische Jugendfürsorge der Erzdiözese München und Freising vom Pfingstmontag. „Der Vorstand hat beschlossen, dass die Freistellung von Frau Dr. Hanslmeier-Prockl mit Wirkung vom 17. Juni 2019 aufgehoben wird.“ 

Die Vorstände Bartholomäus Brieller und Bastian Eichhammer seien sich mit der Gesamtleiterin des Einrichtungsverbundes einig, erneut respektvoll und vertrauensvoll zusammenzuarbeiten. Vorangegangen war eine unerwartete Kündigung Hanslmeier-Prockls, die zu einer großen Protestwelle führte. Mitarbeiter und Bewohner der Betreuungseinrichtung organisierten eine Solidaritätsveranstaltung und übergaben dem Vorstand der Jugendfürsorge mehr als 1000 Unterschriften gegen den Rauswurf. Auch die Politik hat interveniert. Landrat Robert Niedergesäß (CSU), die Landtagsabgeordneten Thomas Huber (CSU) und Doris Rauscher (SPD), Europaabgeordnete Angelika Niebler (CSU), der Bundestagsabgeordnete Andreas Lenz (CSU), die ehemalige stellvertretende Ministerpräsidentin Christa Stewens (CSU) sowie die Bezirksrätinnen Ottilie Eberl (Grüne) und Susanne Linhart (CSU) forderten in einem Schreiben an Erzbischof Reinhard Marx die Kündigung wieder aufzuheben. Daraufhin ruderte die Katholische Juge

ndfürsorge zurück und beschloss eine gemeinsame Aussprache unter Leitung Prof. Egon Endres. Diese Mediation fand vergangenen Samstag statt und verlief der Pressemitteilung nach konstruktiv. Der Grund der Kündigung war öffentlich nur angedeutet worden. Von unüberbrückbaren Differenzen war die Rede, zu denen man aus Gründen von Vertraulichkeit und Datenschutz nichts weiter sagen könne. „Aus der Sorge um die zeitgemäße und nachhaltige Entwicklung des Vereins erwachsen typischerweise Auffassungsunterschiede zu notwendigen Konzepten,“ heißt es dazu in der jüngsten Pressemitteilung. „Die in diesem Rahmen von Frau Dr. Hanslmeier-Prockl dem Vorstand und dem Aufsichtsrat gegenüber geäußerten Forderungen und Vorschläge entsprangen der Sorge um die zukünftige Entwicklung des Vereins. Sie waren aber auch - unter Abwägung aller damals dem Aufsichtsrat und Vorstand vorliegenden Informationen - der nachvollziehbare und naheliegende Grund, die Kündigung auszusprechen. Vorstand und Aufsichtsrat haben sich diesen Schritt nicht leicht gemacht.“ 

Mit dem Aufheben der Freistellung ist die Kündigung Hanslmeier-Prockls allerdings noch nicht vom Tisch. „Die Kündigung kann der Vorstand erst dann aufheben, wenn der gesamte Aufsichtsrat den einstimmig gefällten Kündigungsbeschluss zurückgenommen hat. Eine Entscheidung diesbezüglich wird bis Ende Juni erwartet,“ teilt dazu die Pressestelle der Katholischen Jugendfürsorge auf Nachfrage mit.

ha

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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