Klimawandel 

„Jeder von uns muss seinen Lebensstil überdenken“

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Harald Lesch referierte im vollbesetzten Saal des Vaterstettener Seniorenheims über den Klimawandel.

Professor Harald Lesch hält in Vaterstetten einen eindrucksvollen Vortrag zum Thema Klimawandel

Vaterstetten – Betroffene Gesichter bei den über vierhundert Zuhörern im Saal des Vaterstettener Seniorenheims: Eingeladen vom Arbeitskreis Energiewende Vaterstetten, sprach der aus dem Fernsehen bekannte Physiker und Autor Prof. Dr. Harald Lesch zum Thema „Energiewende: Wenn nicht jetzt, wann dann?“ 

Der Klimawandel ist längst in vollem Gange und die Folgen sind weltweit spürbar: Dürrekatastrophen, Überschwemmungen, schwere Unwetter, Hitzewellen, die Todesopfer fordern. Und das ist erst der Anfang. Lesch zeigt das Szenario auf, das uns erwartet, wenn nicht bald gehandelt wird: Städte wie Hamburg, Kopenhagen, Lissabon, Shanghai oder Hongkong werden von der Weltkarte verschwinden, weil sie dann unter Wasser liegen. 

"Brauchen wir Konsumgüter, die um die halbe Welt gekarrt werden?"

Ein Drittel der Erde wird wegen der tödlichen Hitze nicht mehr bewohnbar sein. Die Folge: Eine Massenflucht in die gemäßigteren Gegenden, mit allen Problemen, die sich daraus ergeben. Damit es nicht so weit kommt, fordert Lesch ein sofortiges Handeln, denn: „Je später man damit anfängt, umso schneller muss der Wandel vollzogen werden.“ Dabei seien zwar natürlich Politik und Wirtschaft gefordert, darüber hinaus aber auch jeder Einzelne: „Jeder von uns muss seinen Lebensstil überdenken.“ Muss es wirklich eine Flugreise sein? Muss das Kind wirklich mit dem SUV bis vor‘s Schultor gefahren werden? Brauchen wir Konsumgüter und Lebensmittel, die mit Containerschiffen um die halbe Welt gekarrt werden? „Wir müssen uns von der fossilen zur nachhaltigen Industriegesellschaft wandeln“, so Lesch.

Nach seinem Vortrag, für den er minutenlang Applaus erhielt, stellte er sich noch den Fragen des Publikums. Dabei erteilte er sowohl der Geothermie als auch der Atomkraft eine Absage: „Geothermie würde nicht reichen, um den Energiebedarf in Deutschland zu decken“, meinte er, und: „Wir können die Energiewende auch ohne Kernkraft vollziehen.“ Zumal die Frage nach einem sicheren Endlager für Atommüll weiter ungeklärt ist. Zwar sei in den vergangenen Jahren in Sachen Umweltschutz schon einiges passiert, jedoch leider noch nicht genug. „Es wäre schön, wenn sich Deutschland stärker in Sachen Elektromobilität engagieren und dabei nicht nur auf Lithium, sondern auch auf Wasserstoff setzen würde.“ Dabei wäre es vorerst schon hilfreich, wenn die Deutschen von SUVs auf abgasarme Kleinwägen umstiegen: „Dann könnten wir die Klimaziele 2020 locker erreichen.“ Ein Zuschauer berichtete von seinen frustrierenden Erfahrungen mit Ladestationen für E-Autos: Zu wenig Infrastruktur und zu hohe bürokratische Hürden, klagte er. Lesch gab ihm und dem übrigen Publikum einen Rat: „Werden Sie Mitglied bei Initiativen wie dem Arbeitskreis Energiewende Vaterstetten. Je mehr Leute dort mitmachen und Druck machen, umso eher passiert was!“ Immerhin feiert die Energiewende Vaterstetten heuer ihr zehnjähriges Bestehen. Nähere Infos gibt es unter www.energiewende-vaterstetten.de.Se

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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