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Hausaufgaben gegen den Verkehrsinfarkt

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Wie kann man im Münchner Osten die Verkehrssituation verbessern? © Foto: PantherMedia / xload

Beinahe hätte Vaterstetten einer überörtlichen Arbeitsgruppe zu einer Verkehrsplanung im Raum München-Ost eine Absage erteilt. Schließlich ist bislang nichts aus solchen Gesprächen rausgekommen.

Vaterstetten – „8.500 Euro für was?“ Reichlich unnötig findet SPD-Sprecher Sepp Mittermeier diese Ausgabe. Es ist der Kostenanteil der Kommune an einer überörtlichen, rund 80.000 Euro teuren Bestandsaufnahme im Raum München-Ost. Die Gemeinden Anzing, Aschheim, Feldkirchen, Finsing, Forstinning, Haar, Kirchheim, Markt Schwaben, Pliening, Poing, Vaterstetten sowie die Münchner Stadtteile Bogenhausen und Trudering-Riem haben sich zusammengeschlossen, um eine über die Stadt- und Gemeindegrenzen hinausgehende Verkehrsplanung im Münchner Osten abzustimmen. 

Als Grundlage für einen Gesamtkonzept und für Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssituation braucht man nun eine Grundlage, in der Chancen und Stärken, aber auch Schwächen und Bedrohungen dargestellt werden. Neben Verkehr und Mobilität sollen auch Siedlungsentwicklungen betrachtet werden. Erst danach soll über die weitere Vorgehensweise beraten und entschieden werden. 

Es gebe doch schon so viele interkommunale Analysen und Konzepte, zum Beispiel das Mobilitätskonzept des Landkreises Ebersberg, findet hingegen Mittermeier. „Die anderen sollen erstmal vorlegen, was sie dazu haben, da ist sicher schon viel da.“ Im ersten Schritt sollte alles gesammelt und bewertet werden. Sollten sich hierbei dann Informationsdefizite herausstellen, könne man immer noch weitere Untersuchungen beauftragen. 

Unterstützung kommt aus der CSU. „Solange es auf der Grünwalder Seite keinen Autobahn-Durchstich gibt, kriegen wir alles ab“, schimpft Manfred Vodermair (CSU). Er sehe keinen Nutzen, „da kommt wieder nichts raus“. 

Ein „bisschen Bankrotterklärung“ sieht Christl Mitterer (CSU) in der Studie. Zudem würden Nachbarn gern die Schuld auf andere schieben. Zum Beispiel Haar. Die würden gerne viel über andere schimpfen, „aber die bauen gewaltig.“ Gerade erst habe sich Haar darüber beschwert, „dass die bösen Vaterstettener alle über die B304 fahren, aber da sind auch die Zornedinger und Kirchseeoner mit EBE-Kennzeichen unterwegs.“ Diese Gemeinden aber würden in der AG ebenso fehlen wie Grasbrunn oder Putzbrunn. 

„Der Umgriff ist schon seltsam.“ Feldkirchen, Grasbrunn, Putzbrunn, Haar und Vaterstetten haben gerade erst eine eigene Arbeitsgruppe zur übergreifenden Zusammenarbeit gegen den Verkehrsinfarkt vereinbart. Vize-Bürgermeister Martin Wagner (CSU) findet hingegen: „Wir können es uns nicht leisten, nicht dabei zu sein.“ Die Bevölkerung fordere übergeordnete Konzepte. Auch CSU-Chef Michael Niebler warnt vor einem „dummen Bild ohne uns“. Zudem werde es am Ende vielleicht Auswirkungen auf Vaterstetten haben. „Auch wenn die Wahrscheinlichkeit eines Erkenntnisgewinns nicht so hoch ist, gehe ich das Risiko ein.“ 

Allerdings nur unter der von Mittermeier genannten Voraussetzung, dass erstmal Vorhandenes auf den Tisch kommt. Parallel dazu sollen die beteiligten Kommunen ihre konkreten Probleme und eventuellen Lösungsansätze nennen. Erst danach werden konkrete Schritte für ein übergreifendes Planungskonzept definiert, fordert der Gemeinderat. die

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