Geschichten und Anekdoten

Historische Führung durch Vaterstetten

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Ulrike Flitner (Mitte) und Georg Reitsberger (rechts) mit ihren Zuhörern vor dem Vaterstettener Rathaus.

„Heimat entdecken: historische Führung durch Vaterstetten“ lautete ein Angebot der Vhs. Alt-Bürgermeister Georg Reitsberger und Gemeindearchivarin Ulrike Flitner führten rund 30 Teilnehmer durch den Ort.

Vaterstetten - Flitner hatte dabei die Jahreszahlen und historischen Zusammenhänge parat, von der letzten Eiszeit bis heute. Reitsberger steuerte so manche Anekdote bei und erläuterte Hintergründe aus der Landwirtschaft und von den Brennereien. Die nämlich sorgten in Bayern für ein Ende der Hungersnöte. Zuvor hatten die steinigen kargen Böden der Region nur wenig Anreiz zur Besiedelung geboten. Die Führung startete am Vaterstettener Rathaus und der gegenüberliegenden Kirche, die, wie Reitsberger verriet, genau so alt sei wie er selbst, nämlich Jahrgang 1952.

Weiter ging es über die Grundschule zur Bahnhofstraße, die schon vor über hundert Jahren die Bahnstation mit dem früheren Dorfmittelpunkt verband, der sich rund um die alte Dorfkirche samt Wirtschaft und Schule konzentrierte. Im Jahre 1900 wurde der Ortsverschönerungsverein Vaterstetten gegründet, dem es zu verdanken ist, dass die Straße noch heute eine wunderschöne Baumallee ist. Bis zur Gebietsreform 1978 war jedoch Parsdorf Sitz der Gemeinde, der erste Ortsvorsteher residierte in der alten Poststation, dem heutigen Gasthof „Zur Alten Post.“ 

1972 wurde das Vaterstettener Rathaus gebaut. Im gleichen Jahr kam die S-Bahn, doch schon hundert Jahre zuvor entstand die Bahnlinie, wodurch sich die Besiedelung von Parsdorf nach Vaterstetten verlagerte. Rund um den Bahnhof gab es damals ein Kolonialwarengeschäft (heute Apotheke), eine Wirtschaft (heute Supermarkt) und mehrere Gärtnereien (heute Buchladen und Café), denn die Gegend übernahm auch für München die Versorgung mit Obst und Gemüse. Wo heute der Vaterstettener Maibaum steht, gab es früher einen Wasserturm, bevor der Ort an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen wurde. Hier stehen auch heute noch einige alte Häuser, so wie das 1829 von der Familie Litzlfelder erbaute Haus in der Baldhamer Straße 31: „Das war mein Elternhaus“, verriet Reitsberger. 

1924 wurde das Kriegerdenkmal erbaut und von Pater Rupert Mayer geweiht. Im Zweiten Weltkrieg blieb der Ort Vaterstetten von Bombenschäden verschont, nur eine einzige Bombe schlug ein: „Und zwar mitten in den Misthaufen des Stelzl-Hofes“, erzählte Reitsberger schmunzelnd. „Außer dreckigen Fenstern gab es zum Glück keine Schäden.“ Die Führung endete an der alten Dorfkirche, die 1186 erstmals urkundlich erwähnt wurde. „1807 haben die Vaterstettener die Kirche gekauft, um sie vor dem Abriss zu bewahren“, wusste Flitner. Interessant ist auch der Friedhof, denn die Gräber hier stammen von vielen alteingesessenen Familien. Am Ende waren sich die Teilnehmer einig, dass so eine Führung gerne öfter stattfinden dürfte und gerne auch in den anderen Ortsteilen der Gemeinde. Se

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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